Umbruch in Frankreich: Wer kommt nach Macron?

Politik

Sie sind so zahlreich, dass eine komplette Aufzählung unübersichtlich werden könnte. Genau steht auch noch nicht fest, welche Politikerinnen und vor allem Politiker bei der Präsidentschaftswahl im April 2027 antreten. Der Wahlkampf dürfte hart werden – umso mehr, als eine Erneuerung ansteht. Nach zwei Mandaten von jeweils fünf Jahren kann der amtierende Staatschef Emmanuel Macron nicht ein drittes Mal in Folge antreten. Wer wird Frankreich dann führen?

Eine Antwort gibt es heute darauf nicht, nur Indizien. Selten ließen sich die Gewinner französischer Präsidentschaftswahlen ein Jahr vorher ausmachen. Nur eines erscheint recht sicher: wen auch immer der rechtsextreme Rassemblement National (RN) ins Rennen schickt, er oder sie dürfte die Stichwahl erreichen – Umfragen sehen die Fraktionschefin Marine Le Pen als auch Parteivorsitzenden Jordan Bardella in der ersten Runde vorne.

Le Pen wartet ab

Wer antritt, entscheidet sich am 7. Juli. Dann fällt das Berufungsgericht von Paris das Urteil gegen Le Pen im Prozess wegen der Veruntreuung von EU-Geldern. Sollte das Strafmaß – fünf Jahre Nichtwählbarkeit – bestätigt werden, darf sie nicht kandidieren. Die 57-Jährige hat angekündigt, auch bei einer Verurteilung Hausarrest mit Fußfessel nicht anzutreten. Der Weg würde dann frei für Bardella, der beliebter ist als sie, gerade bei Jüngeren. Durch sein höfliches Auftreten versucht er, der einst von Mitgliedern der Waffen-SS gegründeten Partei einen respektablen Anschein zu geben.

Doch würden die Franzosen wirklich einem dann 31-Jährigen ohne abgeschlossene Ausbildung die Schlüssel für den Élysée-Palast anvertrauen? Gute Chance, Bardella in der zweiten Runde zu schlagen, geben Meinungsforscher Édouard Philippe, Macrons erstem Premier von 2017 bis 2020, der durch seine ruhige Art in der Corona-Krise Vertrauen gewann. Der 55-jährige, der zum Bürgermeister von Le Havre wiedergewählt wurde, bereitet sich seit Jahren auf seine Kandidatur vor. Mit seiner Partei Horizons unterstützt er die Regierung, er gehört demselben liberalen Lager an wie der Präsident. Doch beide Männer haben ein distanziertes Verhältnis – aus wahltechnischer Sicht nicht schlecht für Philippe, Macron ist unbeliebt.

  Leben oder Tod? Im modernen Krieg entscheidet die KI

Streit bei den Linken

Auch Ex-Premier Gabriel Attal (37), Chef der Regierungspartei Renaissance, scharrt mit den Füßen. Mit seinen schmalen Anzügen und seinem Kommunikationstalent ähnelt er Macron. Im selben Feld befindet sich auch der Ex-Premier- und Außenminister Dominique de Villepin, berühmt für sein donnerndes „Non“ zum Irak-Krieg der USA 2003. Auch heute äußert sich der 72-Jährige überwiegend zu Internationalem.

Rechts der Mitte entschieden sich die Republikaner gerade für Ex-Innenminister Bruno Retailleau. Der Hardliner setzt auf Themen wie Sicherheit, Autorität und eine strikte Einwanderungskritik, will sogar Spanien infolge der massenhaften Legalisierung von Migranten isolieren. Retailleaus Problem: Er besetzt das Terrain des RN, ohne eigene Akzente zu setzen. Im linken Lager wütet Streit, ob vorab ein gemeinsamer Kandidat bestimmt werden soll. Eine Reihe Bewerber sind dafür, darunter die Grünen-Chefin Marine Tondelier. Doch möglichen Vorwahlen entzieht sich nicht nur die Linksaußen-Partei La France Insoumise (LFI) mit dem charismatischen, streitbaren Frontmann Jean-Luc Mélenchon. Auch der Sozialdemokrat Raphaël Glucksmann, ein Liebling der Medien, will kandidieren.

Dieselbe Zielgruppe visiert der sozialistische Ex-Präsident François Hollande an. „Ich bereite mich vor“, zitierte ihn das Magazin Marianne auf der Titelseite. 2017 verzichtete er auf eine Kandidatur zur Wiederwahl, so …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 2 times, 2 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.