
Von Fabio Tartarotti
Diese Woche findet das 350. Wiener Derby statt. Während sich die Hauptstadt nicht nur, aber vor allem zu dieser Zeit in zwei erbittert verfeindete Lager teilt, kämpfen etwa 85 Kilometer südlich von Wien ein (Ex-)Austrianer und ein (Ex-)Rapidler Seite an Seite um einen Meistertitel. Raphael Holzhauser und Roman Kerschbaum führen mit der SV Gloggnitz wenige Runden vor Schluss die Tabelle der Regionalliga Ost (RLO) an. Beide haben wesentlich zum Erfolg des niederösterreichischen Vereins beigetragen, der eine Saison zuvor noch knapp dem Abstieg entgehen konnte.
Holzhauser, der neben internationalen Stationen wie dem VfB Stuttgart vier Jahre lang für den FAK spielte, gehört, wenig überraschend, zu den besten Spielern der RLO. Bei Gloggnitz ist der 33-Jährige, der ursprünglich aus der Rapid-Jugend kam, der Abwehrchef, zuständig für jegliche Standards und bereits für so manches Traumtor verantwortlich. Der gebürtige Wiener Neustädter wechselte im vorletzten Winter vom maltesischen Erstligisten Marsaxlokk FC nach Gloggnitz.
Ein Jahr nach ihm, in der vergangenen Wintertransferphase, gelang der SV mit Roman Kerschbaum der nächste Coup. Zu dem Zeitpunkt war Gloggnitz unter Trainer Edi Stössl bereits der Turnaround gelungen. Die Mannschaft war zur Winterpause Tabellenzweiter, bereit, einen Vorstoß in Richtung Meistertitel zu machen. Kerschbaum, der nur ein halbes Jahr zuvor noch für Rapid gespielt, dort aber nur mehr wenige Minuten gesehen hatte, sollte das letzte fehlende Puzzleteil für die Gloggnitzer werden. Der 32-Jährige brachte Europapokal-Erfahrung nach Gloggnitz und konnte in gerade einmal neun Spielen bereits vier Tore erzielen. Neben seiner spielerischen Tätigkeit ist Kerschbaum seit März als Jugend-Assistenztrainer bei Rapid beschäftigt.
Im KURIER-Interview sprachen die beiden, die sich übrigens nie in einem Derby gegenüberstanden, über einen möglichen Meistertitel, ihre Verbindung zu Gloggnitz, etwaige Rivalitäten und das Jubiläumsderby.
KURIER: Wie hat Sie Ihr jeweiliger Weg nach Gloggnitz geführt?
Holzhauser: Bei mir ist das durch den Edi passiert. Als er hier Trainer geworden ist, hat er mich angerufen, wir sind dann gemeinsam im Winter gekommen, als Gloggnitz noch Letzter war.
Kerschbaum: Für mich waren mehrere Faktoren ausschlaggebend. Der wichtigste war mit Sicherheit die Familie und damit einhergehend die Entscheidung, in der Heimat zu bleiben und nicht noch mal ein Abenteuer fernab von zu Hause anzugehen. Ich bin im Bezirk Neunkirchen, circa zehn Minuten von Gloggnitz entfernt, geboren und aufgewachsen, somit gibt’s auch eine regionale Verbundenheit zum Verein. Dazu kam die Möglichkeit, im Trainerteam der Rapid-Akademie dabei zu sein und somit neben meiner aktiven Spielerkarriere schon an meiner Karriere danach zu arbeiten.
Sie haben beide bereits in der Bundesliga und um internationale Titel gespielt. Was würde es Ihnen bedeuten, mit Gloggnitz Meister in der RLO zu werden?
Holzhauser: Wenn man vier Runden vor Schluss die Chance hat, um den Meister zu spielen, dann muss es auch das Ziel sein, am Ende Meister zu werden. Ein Titel ist immer etwas Besonderes, ganz egal in welcher Liga.
Kerschbaum: Natürlich wäre es nicht vergleichbar gewesen mit einem etwaigen Titel mit Rapid wie z.B. im ÖFB-Cup, wo wir zweimal das Finale verloren haben. Trotzdem ist ein Titel immer etwas Besonderes, in jeder Liga und in jedem Bewerb, und es wäre eine Riesensensation für die SV …read more
Source:: Kurier.at – Sport



