Bosch-Österreich-Chef will mehr Unterstützung für Made in Europa

Wirtschaft

Dem deutschen Technologiekonzern Bosch weht derzeit rauer Wind aus dem Osten entgegen. Egal, ob in der Autoindustrie, bei der Wasserstofftechnologie oder bei Wärmepumpen: Die Konkurrenz aus Asien, vornehmlich China, macht dem Unternehmen bei allen wichtigen Zukunftsthemen auch in Österreich zu schaffen.

Weinwurm: „Wie ein Fußballspiel bergauf“

„Massive Subventionen in anderen Regionen, einseitige Zölle, andere Handelsbarrieren, unterschiedliche Energie- und Lohnkosten, das verzerrt den Wettbewerb enorm“, sagte Bosch-Österreich-Chef Helmut Weinwurm anlässlich der Jahresbilanz in Wien. Und brachte einen anschaulichen Vergleich: „Es ist wie ein Fußballspiel bergauf, und wir sind diejenigen, die bergauf spielen müssen.“ Betroffen sei vor allem die europäische Automobilbranche.

Um die Spielfläche zu ebnen und damit einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, forderte Weinwurm eine stärkere Unterstützung für lokale Wertschöpfung von Unternehmen – also Made in Austria bzw. Europe – bei öffentlichen Ausschreibungen und Förderungen.

Vorrang für lokale Wertschöpfung

Auf EU-Ebene wird bereits seit 2024 über sogenannte „Local-Content-Regeln“ diskutiert, die Europa bei Chips, Batterien oder Elektromobilität unabhängiger machen sollen. Öffentliche Förderungen oder Aufträge sollen dabei an einen gewissen EU-Produktionsanteil gekoppelt werden, nicht der Billigstbieter, sondern der Bestbieter mit europäischer Wertschöpfung soll zum Zug kommen. Weinwurm fordert eine rasche gesetzliche Verankerung. 

Als Beispiele für lokale Wertschöpfung nannte er die Software-Entwicklung für Antriebssysteme, wo Bosch in Österreich eine zentrale Rolle spielt. Auch Ladegeräte für die Elektromobilität werden in Österreich entwickelt. Die „Local-Content-Regeln“ könnten auch für Wärmepumpen und Wasserstofftechnologie gelten. Ein in Linz entwickelter Elektrolyse-Bauteil wird bereits in Serie gefertigt und weltweit ausgeliefert. Bis zu einer Umsetzung auf EU-Ebene könnte es aber noch dauern.

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Umsatzminus von 10 Prozent

Die schwierige Wirtschaftslage hat auch Bosch Österreich im Vorjahr voll erwischt. Der Umsatz ging um 10 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro zurück, wobei vor allem die Autosparte und das Geschäft mit Wärmepumpen nach Auslaufen der Förderung deutlich unter dem Vorjahr blieben. Besser lief es im Industriebereich und in der Konsumentensparte „Power Tools“, die Elektrowerkzeuge oder Gartengeräte umfasst.

Der konzernweite Stellenabbau kostete auch Jobs in Österreich. Die Zahl der Mitarbeitenden ging um 60 auf rund 3.300 zurück. Ein weiterer Mitarbeiterabbau sei derzeit nicht geplant. Produktionsbetriebe von Bosch gibt es in Hallein (Großmotoren), Bischofshofen, Linz und Pasching. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung lagen im Vorjahr bei 200 Mio. Euro und sollen auch heuer auf dem Niveau liegen.

Für 2026 zeigt sich Weinwurm optimistisch, den Umsatz wieder im einstelligen Prozentbereich steigern zu können: „Wir sind in den ersten drei Monaten hervorragend ins Jahr gestartet.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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