
Der WKÖ Fachverband Lebensmittelindustrie kritisiert die geplante Steuererhöhung auf „harten“ Alkohol im Rahmen des Doppelbudgets 2027/28.
„Eine weitere Erhöhung um 30 Prozent wäre ein deutlicher Schlag für die heimische Spirituosenbranche und ihre Beschäftigten“, so die Fachverband-Geschäftsführerin Katharina Koßdorff in einer Aussendung. Das Finanzministerium erwarte für die beiden Jahre 90 Millionen Euro an Mehreinnahmen, hieß es zur APA.
„Mit einer Steuerbelastung von bereits 12 Euro pro Liter Alkohol sind Spirituosen heute schon Spitzenreiter bei den Abgaben“, sagte Koßdorff. Spirituosen würden rund 45 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus der Kategorie der alkoholischen Getränke tragen, obwohl sie nur etwa 14 Prozent des Alkoholkonsums ausmachen, hieß es. Die letzte Steuererhöhung 2014 hätte zu einem deutlichen Markteinbruch von rund 1 Million Liter pro Jahr geführt. Zudem gehe der Spirituosenkonsum seit Jahren deutlich zurück.
Steuererhöhung soll zusätzlich 90 Mio. Euro bringen
Laut Sprecherin des Finanzministeriums soll die Steuererhöhung dem Budget 2027 40 Mio. und 2028 50 Mio. Euro zusätzliche Einnahmen bringen. 2025 hat die Steuer 145 Mio. Euro eingebracht, in den ersten drei Monaten 2026 waren es 40,7 Mio. Euro. Die Steuererhöhung 2014 hätte nur Mehreinnahmen von rund 10 Mio. Euro gebracht, hieß es dagegen in der WKÖ-Aussendung. Der Konsum hätte sich damals auf niedriger oder gar nicht besteuerte Produkte verlagert.
Eine Erhöhung der Alkoholsteuer treffe nicht nur die Spirituosenhersteller, sondern auch unmittelbar den Handel, die Gastronomie und den Tourismus. Die Steuererhöhung sei „ein Schlag gegen heimische Arbeitsplätze am Produktions- und Tourismusstandort Österreich. Das haben wir 2014 bereits gelernt“, so Koßdorff.
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen in Österreich betrage rund 1,4 Liter pro Jahr. Das entspreche statistisch einem Stamperl Schnaps mit 2 Zentilitern alle fünf Tage. Eine primär gesundheitspolitische Begründung geht aus Sicht der Lebensmittelindustrie ins Leere.
Source:: Kurier.at – Politik



