Aufstiegsheld Gucher: Warum der Steirer in Italien Kultstatus genießt

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Sollte irgendein Fußballverein aus Italien den Plan verfolgen, in der kommenden Saison in die nächsthöhere Liga aufzusteigen, empfiehlt es sich, Robert Gucher anzuheuern. Der Steirer weiß ganz genau, wie das funktioniert, er ist sozusagen der Aufstiegsgarant in Person.

Meister in der Serie D

Erst dieser Tage durfte Robert Gucher wieder einen Meisterpokal in die Höhe recken. Er war zwar nur für den Titelgewinn in der Serie D, der vierthöchsten Leistungsstufe, aber die jüngste Erfolgsstory sagt einiges über den Fußballer Robert Gucher aus – vor allem aber über den Stellenwert, den der 35-Jährige heute in Italien genießt, nämlich über alle Ligen hinweg.

Hohes Ansehen

Der Mittelfeldstratege führte den FC Treviso, der in der Saison 2005/’06 noch in der Serie A war, als Kapitän zurück in den Profifußball. Bereits bei seinen früheren Stationen in Italien hatte der Österreicher stets die Kapitänsbinde getragen.

Mit Frosinone Calcio war Capitano Gucher 2015 der Durchmarsch von der Serie C in die Serie A gelungen, mit Pisa stieg er dann 2019 in die zweite Liga auf und war der Teamleader.

Mit 17 nach Italien

„Mit 23 als Österreicher bei einem italienischen Verein Kapitän gewesen zu sein, das macht mich schon stolz“, erklärt der Routinier. „Das zeigt mir auch, dass die Art und Weise, wie ich den Fußball gelebt habe und immer noch lebe, die richtige ist.“

Es war ja fürwahr kein einfacher und gewöhnlicher Weg, den Robert Gucher als junger Fußball eingeschlagen hat. Mit 17 Jahren war der Steirer vom GAK zu Frosinone Calcio gewechselt. Er hatte von diesem Klub und der Kleinstadt in Latium bis dahin noch nie gehört und konnte keinen Brocken Italienisch.

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Große Aufgabe

Viele Talente nehmen dann rasch wieder Reißaus von dieser fremden Fußballwelt und treten fluchtartig die Rückkehr in die Heimat an. So war zum Beispiel das Italien-Abenteuer des heutigen Salzburg-Trainers Daniel Beichler bei Reggina 2007 schon nach wenigen Wochen wieder vorbei.

Kultstatus

Robert Gucher biss sich freilich durch – um nach einem kurzen Abstecher in die Heimat zu Kapfenberg (2011/’12) dann mit Frosinone richtig durchzustarten. „Italien ist eine eigene Welt. Wenn du nicht den Unterschied ausmachst, dann gehst du unter“, weiß der zentrale Mittelfeldspieler.

Bei Frosinone Calcio genießt Gucher Kultstatus, weil der Klub zuvor noch nie in der Serie A am Ball war. In Pisa wird er wie ein Heiliger verehrt, nachdem er 2019 im Play-off das entscheidende Tor zum Aufstieg in die Serie B erzielt hatte. 

Als ihn die Pisa-Tifosi heuer beim Auswärtsspiel in Udine auf der Tribüne erspähten, drehten sich alle in seine Richtung und skandierten seinen Namen „Ich bin dort Teil der Vereinsgeschichte.“

Halber Italiener

Genau wegen seiner Leaderqualitäten wurde Robert Gucher auch vom FC Treviso in der Serie D engagiert. „Es war kein einfacher Schritt, denn jeder erwartet von dir, dass du dann den Unterschied machst.“ Aber Gucher hat wieder einmal abgeliefert und darf deshalb in der nächsten Saison in der Serie C am Ball sein.

Aus dem Steirer Robert Gucher ist nach eineinhalb Jahrzehnten in Italien längst ein Roberto geworden. „Ich habe von Beginn an versucht, die Sprache, Kultur und Mentalität anzunehmen. Ich denke inzwischen italienisch“, sagt er. „Eigentlich weiß keiner, dass ich …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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