Studie: 12,3 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Wald

Wirtschaft

Wie sehr Wälder Österreich prägen, sieht man schon daran, dass knapp die Hälfte der Landesfläche damit bedeckt ist. „Wir sind eines der waldreichsten Länder in der EU“, sagt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Der Holzreichtum sei ein riesiges wirtschaftliches Potenzial, das auch gut genutzt werde.

Jeder zehnte Euro hat einen Bezug zum Wald

Im gesamten Wertschöpfungsnetzwerk der Forst- und Holzwirtschaft wird, inklusive vor- und nachgelagerten Branchen, eine Wertschöpfung von 43,1 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet – 6,23 Prozent der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die vom Forschungsinstitut Econmove erstellt und am Donnerstag präsentiert wurde. „Das sind 10,1 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Österreich“, so Totschnig. Jeder zehnte erwirtschaftete Euro im Land habe also einen Bezug zum Wald.

444.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt mit der Holzwirtschaft verbunden. Direkt in der Holzwirtschaft beschäftigt seien 245.000 Menschen. „Das sind so viele wie in ganz Graz wohnen“, sagt Studienautorin Anna Kleissner von Econmove. Auch der Beitrag zu den Staatseinnahmen ist enorm. 29,2 Milliarden Euro Steuern und Abgaben entsprechen 12,3 Prozent der Einnahmen für die Staatskasse.

Verankert in einer Vielzahl von Sektoren

Offizielle Statistiken zur Holzwirtschaft gebe es laut Kleissner nicht. Für die Studie wurde deshalb der Einfluss auf 31 verschiedene Wirtschaftssektoren untersucht. Einen direkten Bezug zur Holzwirtschaft haben etwa Forstwirtschaft, Säge- und Papierindustrie, Möbelbau, Verlage, Hochbau, Chemie oder Energie. Es gebe aber auch viele Bereiche, die auch indirekt damit verbunden sind, etwa Grundstückswesen, Nahrungsmittel oder Informationstechnologie. Am Ende gebe es kaum einen Sektor, der nicht mit dem Wald verbunden ist.

  Milliardenschwer: Diese 8 Österreicher haben es auf die neue Forbes-Liste geschafft

„Die Zahlen machen eines klar: Holz ist der wirtschaftliche Anker Österreichs und tief in der Identität unseres Landes verwurzelt“, sagt Konrad Mylius, der Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst Holz Papier. Mit Holz habe Österreich einen „hochinnovativen Rohstoff“ vor der Haustür, dessen Verwendung der Souveränität im globalen Wettstreit helfe. „Wer die wirtschaftliche Zukunft Österreichs stärken will, muss die Wertschöpfungskette Holz stärken.“

Sägeindustrie kritisiert EU-Regeln

Der Status quo sei gut, aber er könnte besser sein, vor allem durch eine Anpassung der Rahmenbedingungen, meint Markus Schmölzer, Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie. Er visiert dabei vor allem die EU an. Deren LULUCF-Verordnung über den Einfluss des Waldes auf den Klimawandel rechne „wesentliche Elemente“ nicht an, etwa die Verwendung von Holz in Gebäuden und Möbeln. Sie binde das Treibhausgas für Jahrzehnte und Jahrhunderte.

Auch die erst am Montag präsentierte neue Version der EU-Entwaldungsverordnung sei eine „herbe Enttäuschung“. Sie bringe keine Rechtssicherheit und sei generell unnötig, denn: „Entwaldung ist bei uns kein Thema.“

Hoffen auf baldiges Ende der Trockenheit

Das größte aktuelle Problem der Branche ist die anhaltende Trockenheit. „Wir hoffen, dass hier bald eine Änderung eintritt, sonst müssen wir mit massiven Schäden rechnen“, sagt Totschnig. Die Situation zeige, dass man Klimaschutzmaßnahmen forcieren und Anpassungen vornehmen müsse. Gerade im Osten Österreichs werde man in Zukunft etwa vermehrt Bewässerungssysteme aufbauen müssen.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.