
Österreichweit sind zwar erst rund 275.000 rein elektrisch betriebene Pkw zugelassen. Der Anteil an E-Autos bei den Neuzulassungen liegt aber bereits bei fast 25 Prozent. Die Porsche Bank sieht in der zunehmenden Elektrifizierung einen Boost für ihr Leasinggeschäft. Aktuell werden 57 Prozent aller Neufahrzeuge nicht selbst finanziert, sondern geleast. Bei E-Autos für Privatkunden seien es sogar 80 Prozent, so die beiden Porsche Bank-Vorstände Hannes Maurer und Alexander Nekolar.
Bis 2030 werden, so deren Prognose, rund 60 Prozent aller Neuzulassungen in Österreich auf Elektrofahrzeuge entfallen und diese werden zu einem Großteil fremdfinanziert. Der Grund: „Es gibt für viele noch Fragezeichen, wie viel ein E-Auto in drei bis vier Jahren noch wert ist“, so Vorstandschef Maurer. „Wir garantieren beim Leasing einen Restwert.“ Leasing eines Fahrzeugs sei von einem bis sieben Jahre lang möglich.
Freilich, auch die Porsche Bank habe bzgl. E-Mobilität erst lernen müssen. Denn Elektro sei eine große Unbekannte gewesen. „Bei Verbrennern haben wir eine jahrzehntelange Erfahrung. Und der Elektro-Gebrauchtwagenmarkt ist wesentlich kleiner. “ Inzwischen seien die Gebrauchtwagenpreise massiv gestiegen und die Restwerte seien nun richtig eingepreist.
Bei Förderungen und steuerlichen Anreizen von E-Mobilität steigen Staaten zunehmend auf die Bremse, wie nun der geplante Wegfall der Sachbezug-Befreiung. „Für Unternehmen waren dabei niedrigere Lohnnebenkosten entscheidend. Mit der geplanten Änderung reduziert sich dieser Vorteil, wodurch zu erwarten ist, dass die Attraktivität von Elektrofahrzeugen im Firmenbereich sinkt. Elektroautos sind zudem in der Anschaffung oftmals noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennermotor, was den geplanten prozentual niedrigeren Sachbezug relativiert“, sagt Nekolar. Die Sachbezugsbefreiung sollte erhalten bleiben.
Deutlicher Push
„Die steuerlichen Anreize werden weniger, das wird aber die E-Mobilität dauerhaft nicht bremsen“, denkt Maurer positiv. Denn auch die Nachfrage seitens Privatkunden steige massiv, nicht zuletzt durch die aktuelle Energiekrise – „ein deutlicher Push“.
Die jüngste Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, dass auch geleaste oder gemietete Autos von Rasern beschlagnahmt werden können, sehen die Vorstände kritisch. „Wir verstehen die Intention des Gesetzgebers dahinter, aber sie widerspricht dem Grundsatz der Trennung von Eigentum und Nutzer“, sagt Nekolar. Für die Leasinggeber sei zwar ein Regress möglich, aber dieser ist langwierig und komplex. Immerhin gebe es eine Übergangsfrist bis Oktober 2027.
Neben klassischen Finanzierungen baut die Porsche Bank ihr Mobilitätsangebot aus. Unter der Dachmarke sharetoo bündelt sie Carsharing- und Autoabo-Angebote. „Viele Menschen wollen Mobilität nutzen, ohne sich langfristig zu binden“, so Maurer. Dies mache aber betriebswirtschaftlich nur Sinn in Partnerschaft mit einer Stadt, wie etwa in Wien. „Daher sind viele Anbieter verschwunden.“
Die Porsche Bank, die heuer ihr 60-jähriges Bestehen feiert, ist in 15 Ländern vertreten und erzielte im Vorjahr mit einem Vertragsbestand von mehr als 1,7 Millionen Verträgen ein Plus von knapp 15 Prozent zu 2024.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



