„L’elisir d’amore“ an der Staatsoper: Dieser Nemorino betört auch ohne Liebestrank

Kultur

So etwas muss man sich einmal vorstellen: Im März debütiert ein Sänger als Tristan an der Metropolitan Opera in New York und fasziniert nur wenige Wochen später an der Wiener Staatsoper als Nemorino in Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore“.

Dazwischen legt er am selben Haus einen fulminanten Liederabend ein, wird als Sänger im „Rosenkavalier“ auftreten und in einigen Tagen den Siegmund in der „Walküre“ folgen lassen.

Geschmeidig

Diesen Weg von Wagner zu Donizetti und wieder zurück muss man sich einmal vergegenwärtigen. Auf halber Strecke ist Michael Spyres derzeit zu erleben. Er schreibt sich ins Fach Baritenor ein.

Bereits sein Auftritt als Nemorino ist faszinierend. Geschmeidig hebt er das „Quant’ e bella“. Man sieht ihm die Freude direkt an, in Otto Schenks auch nach Jahrzehnten filmreifer „Liebestrank“-Inszenierung diesen Burschen zu verkörpern. Er zieht mühelos alle Register seiner Stimme.

Sublim phrasiert er nicht nur beim „Una furtiva lagrima“. Dieses feinst nuancierte Ereignis, an dem auch die philharmonische Fagottistin Sophie Dervaux beteiligt ist, wird vom Publikum ausführlich gefeiert.

Pretty Yende ist eine betörende Adina. Ihr leichter Hang zum Dramatischen verliert sich im Laufe des Abends. Ihre Spitzentöne betören, ihre Koloraturen sind eine Ohrenfreude.

Gefeiert

Ambrogio Maestri hört man zuweilen an, dass er schon viele Meilen als Dulcamara zurückgelegt hat, etwa, wenn er in die Runde der Bauern röhrt. Seine Kunst zu gestalten ist erstklassig. Clemens Unterreiner tobt sich spielfreudig als Belcore aus. Ana Garotic lässt als resolute Giannetta aufhorchen.

Dirigent Gianluca Capuano setzt auf Italianità und wird wie alle ausführlich gefeiert.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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