Preisgeld-Debatte: Gerechtigkeit am Court, eine Frage des Geldes

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Standing Ovations. Nach einem Signal der Gleichberechtigung. Nicht nur Frauen, auch Männer applaudierten. Passiert ist dies 2023, als Billie Jean King für ihre Leistungen von Michelle Obama geehrt wurde. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums einer Tatsache, die selbst heute noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Aufgrund ihres grenzenlosen Einsatzes wurden 1973 bei den US Open gleich hohe Preisgelder für Männer und Frauen ausbezahlt. Und es dauerte Jahre, bis zumindest die anderen Grand-Slam-Turniere nachzogen, 2007 war Wimbledon das letzte Major, bei dem die Preisgelder angeglichen wurden.

Turniere zogen nach

Und heute? Bei den großen kombinierten Turnieren (Männer und Frauen zur selben Zeit am selben Ort) ist man nachgezogen. In Indian Wells, Miami und zuletzt Madrid erhielten die Frauen dasselbe Preisgeld wie die Männer. Aber nicht so in Rom. Während bei den Männern insgesamt 8,2 Millionen Euro ausgeschüttet werden, sind es bei den Frauen nur 6 Millionen Euro.

Die Frauen-Beauftragte beim Österreichischen Tennisverband sieht noch Aufholbedarf. „Es wäre gerecht, wenn es bei allen Turnieren so ist“, sagt Marion Maruska. „Es ist bei den meisten Turnieren mit Ausnahme der Grand Slams und einigen Masters-Turnieren leider noch immer der Fall, dass die Frauen weniger bekommen. Vor allem bei den kleineren Turnieren. Dabei wäre es nur gerecht, wenn es eine Anpassung geben würde, da der Aufwand, nach oben zu kommen, überall gleich ist. Die Betreuer und Reisen sind beispielsweise bei Frauen und Männern gleich teuer.“

Arbeitszeit honorieren

Österreichs Toptrainer Günter Bresnik sieht dies nicht so. „Als Vater von vier Töchtern bin ich praktisch ein Frauenrechtler. Nur bin ich auch ein Gerechtigkeitsfanatiker. Und jeder sollte für die Arbeit bezahlt werden, die er verrichtet. Es ist ein Unterschied, ob ich auf drei oder fünf Gewinnsätze spiele, wie es bei Slams bei den Männern der Fall ist“, sagt Bresnik, der auch einen anderen Grund sieht. „Es ist alles eine Frage des Angebots und der Nachfrage“, erklärt der Niederösterreicher und nennt das Beispiel Kanada, wo zur selben Zeit Männer und Frauen in Toronto und Montreal spielen. 

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„Bei den Männern ist das Turnier ab der 1. Runde ausverkauft, bei den Frauen bestenfalls ab dem Viertelfinale.“ Die beiden Locations, gemeint sind Toronto und Montreal, wechseln sich jährlich mit der Austragung ab. „Egal, wo gespielt wird, die Männer haben immer mehr Zuschauer.“

Bresnik betont, dass es Berufe gibt, in denen Frauen mehr verdienen sollen. „Bei den Moden-Models bekommen Frauen mehr, und das ist gut so.“ Eine Aussage, die vor Bresnik auch Rafael Nadal schon getroffen hatte. Und auch der Spanier legte nach: „Wer mehr Zuschauer hat, der sollte mehr verdienen.“

Andere Voraussetzungen

In Rom rechtfertigt man sich, dass die Kluft zwischen den Preisgeldern schon größer war. Es tut sich auch sonst viel. 2022 hatte die Financial Times noch berechnet, dass abseits der Grand Slams bei den Männern um 75 Prozent mehr Preisgeld ausgeschüttet wird als bei den Frauen. Dies begründete der damalige Präsident der Spielerinnenvereinigung, Steve Simon, mit der höheren Bewertung des Männer-Tennis am Werbemarkt und bei den TV-Rechten.

Frau an der Spitze

Mittlerweile wurde Simon von einer Frau abgelöst, Micky Lawler hatte mit ihrem Einsatz durchaus Erfolg.„Es ist noch immer nicht perfekt, aber der Weg ist …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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