Deloitte-Radar: Wirtschaftsstandort Österreich in der Dauerkrise

Wirtschaft

Der Unternehmensberater Deloitte zeichnet ein trübes Bild für den heimischen Wirtschaftsstandort. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, hohe Preise für Energie und Finanzierungen sowie die schwache Konjunktur belasten die Unternehmen, geht aus einer Umfrage unter 600 Führungskräften hervor. 

Verbesserungen werden für die kommenden Monate nicht erwartet. Laut den Analysten sind Strukturreformen nötig, um den Wohlstand nicht zu gefährden.

„Österreichs Wirtschaftsstandort schafft es seit Jahren nicht aus dem Krisenmodus. Im Gegenteil: Im aktuellen Wettbewerbsranking des IMD erreichen wir erneut nur den 26. Platz und verharren deutlich hinter vergleichbaren europäischen Ländern wie der Schweiz, Dänemark oder Schweden“, sagte Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich, in einer Aussendung. Bei dem erwähnten Ranking handelt es sich um das renommierte Wettbewerbsfähigkeitsranking der Lausanner Wirtschaftshochschule IMD. 2025 wurden 69 Volkswirtschaften verglichen.

Jedes zweite Unternehmen von Nahost-Krieg betroffen

Schon seit mehreren Jahren kämpft die heimische Wirtschaft. Nach den Rezessionsjahren 2023 und 2024 gab es 2025 wieder ein moderates Wachstum für das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP). Für heuer wäre ein weiterer Aufschwung erwartet worden, der Ende Februar begonnene Iran-Krieg trübte die Aussichten von Ökonomen jedoch empfindlich ein.

Laut der Umfrage von Deloitte ist jedes zweite Unternehmen vom Krieg im Nahen Osten direkt betroffen. Rund ein Drittel der Firmen nimmt die aktuelle Stimmung am Standort als negativ oder sehr negativ wahr, nur 14 Prozent sehen die Stimmung positiv. Die Führungskräfte sorgen sich vor allem um die hohen Energiekosten (61 Prozent). Weiters werden überbordende Bürokratie (58 Prozent), hohe Steuern und Abgaben (37 Prozent) und die allgemeine Unsicherheit (53 Prozent) als problematisch wahrgenommen. Deloitte sieht darin Gefahrenquellen, dass Unternehmen abwandern oder Insolvenzen zunehmen könnten. Beides würde die Wettbewerbsfähigkeit weiter einschränken.

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Strukturreformen und Budget-Sanierung gefordert

Für die Analysten sind vor diesem Hintergrund Strukturreformen essenziell. „Es braucht eine offene und schonungslose Bestandsaufnahme sowie den politischen Willen, tiefgreifende strukturelle Reformen durchzusetzen“, so Breit. Mit der von der Regierung beschlossenen Senkung der Lohnnebenkosten sei ein erster Schritt gesetzt, es brauche aber mehr. „Eine Senkung um drei Prozentpunkte bis 2028 mit klarer Gegenfinanzierung, etwa durch Effizienzsteigerungen im Staat und wachstumsbedingte Mehreinnahmen, ist notwendig“, sagte Deloitte-Partner Herbert Kovar.

Die befragten Führungskräfte wünschen sich neben Kostensenkungen vor allem eine Sanierung des Staatsbudgets, Förderungen für Investitionen und mehr Rechtssicherheit, um Investitionen besser planen zu können. Außerdem wird die Verfügbarkeit von Arbeitskräften von rund jedem fünften Unternehmen als schlecht bewertet. Für Kovar brauche es unter anderem attraktivere Rahmenbedingungen für ältere Arbeitnehmende. Zudem müsse Vollzeitarbeit attraktiver gemacht werden.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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