Fast zwei Drittel der Online-Einkäufe werden abgebrochen

Wirtschaft

Der Online-Einkauf gehört in Österreich längst zum Alltag. 9 von 10 Österreicherinnen und Österreicher kaufen online ein. In fast zwei Dritteln der Fälle wird der Einkauf vor dem Abschluss aber abgebrochen, wie eine aktuelle Erhebung des Zahlungsdienstleisters Nexi und des Handelsverbands ergeben hat. 

Die Gründe dafür sind vielfältig. 38 Prozent sind letztlich der Preis samt Versandkosten zu hoch. Fast 18 Prozent sind mit etwas anderem beschäftigt und vergessen schlicht auf den Abschluss der Transaktion. 17 Prozent geben auf, weil ihre bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar ist und für jeden Zehnten wirkte die Website nicht vertrauenswürdig. Viele seien auch von Weiterleitungen auf eine andere Webseite irritiert, sagt Nexi-Geschäftsführer Damir Leko zum KURIER. Das Bezahlen müsse reibungslos und schnell ablaufen und mit einem Klick beim Checkout erledigt werden können. 

Bekleidung, Schuhe und Apothekenartikel vorne

Klappt es beim Checkout doch, kaufen die Österreicherinnen und Österreicher am liebsten Bekleidung (45 Prozent), Schuhe (27,5 Prozent) und Beauty-Produkte (23 Prozent) online ein. Aber auch Güter und Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs werden zunehmend online geordert. Apothekenartikel liegen etwa bereits gleichauf mit Schuhen.  

Lebensmittel spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Leko führt das darauf zurück, dass heimische Konsumenten stark auf Frische und sofortige Verfügbarkeit setzen. „Man will Lebensmittel frisch und schnell erhalten und nicht auf Lieferungen warten.“ 

Bemerkenswert ist auch, dass mit 83 Prozent auch die überwiegende Mehrheit der Über-60-Jährigen bereits online eingekauft hat.

Fast jeder Vierte zahlt Rechnungen und Steuern online, jeder Fünfte schließt auch bereits Versicherungen online ab, das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Tickets für Veranstaltungen werden von 22 Prozent online erstanden. Auch bei Reisen und im Verkehr sind Online-Buchungen bereits fest verankert. Jeder Fünfte zahlt Hotels, Zug- und U-Bahntickets digital.

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Smartphone dominiert

Fast zwei Drittel (65 Prozent) nutzen für Online-Zahlungen das Smartphone. Das kommt auch im lokalen Handel zunehmend zum Bezahlen zum Einsatz. 38 Prozent zahlen laut der Erhebung, für die 2.500 in Österreich lebende Personen befragt wurden, auch im Geschäft mit dem Handy. Wer junge Leute erreichen wolle, müsse mobil denken, sagt Handelsverbandobmann Rainer Will. Online- und offline seien keine getrennten Bereiche, ergänzt Leko: „Die Konsumenten bewegen sich zwischen beiden Sphären.“

Absicherung bei Online-Reservierungen

Viele Gastronomen würden mittlerweile bei Online-Reservierungen auch Zahlungsdaten verlangen und Beträge von 20 bis 30 Euro im Voraus autorisieren lassen, um sich beim Nichterscheinen der Gäste schadlos zu halten. „20 Prozent unserer Kunden verwenden solche Tools, um sich vor Umsatzverlusten abzusichern“, erzählt Leko. 

Bei kleineren Dienstleistungsbetrieben und der Gastronomie im ländlichen Raum werden digitale Zahlungsmethoden hingegen noch weitgehend gescheut. Leko führt das auf die Sorgen um die Kosten und die Komplexität digitaler Lösungen zurück: „Es geht um die Umsetzung im Alltag.“ Ein Hebel dagegen sei, Bezahllösungen transparent und einfach zu gestalten, sagt der Nexi-Geschäftsführer.

Trends

Leko erwartet, dass mobile Zahlungen in den nächsten Jahren weiter wachsen werden. Bezahlprozess werden laut dem Nexi-Geschäftsführer auch zunehmend in Prozesse integriert und eingebettet. Egal ob beim Online-Einkauf oder bei Buchungen von Dienstleistungen. 

Auch Echtzeitzahlungen (Instant Payments) sollen laut Leko zunehmen, weil dabei weit geringe Kosten anfallen als bei klassischen Kreditkartenzahlungen. Europäische Anbieter wie Wero, der schnelle Konto-zu-Konto-Zahlungen per Smartphone anbietet, sieht er mit diesem Trend auf dem Vormarsch. …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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