Van der Bellen: „Europa ist a bissel fad“

Politik

Dass der erste Mann im Staat anlässlich des Neuen Jahres oder des Staatsfeiertages eine Rede hält, ist bekannt. Neu ist, dass sich der Bundespräsident auch anlässlich des Europa-Tages am 9. Mai via Fernsehansprache zu Wort meldet. Alexander Van der Bellen, dessen Ansprachen teils zu Zitaten gereichten („So sind wir nicht“, „Was ist denn jetzt schon wieder passiert“), lässt mit den ersten Worten seiner Rede aufhorchen. „Europa ist a bissel fad.“

Seine Begründung, warum dem so ist, liefert Van der Bellen gleich mit. Den Anlass des Europatages, „die Zusammenlegung der westdeutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion, proklamiert am 9. Mai 1950 in der so genannten Schuman-Erklärung“ und damit die Grundlage der Europäischen Union, sei „unendlich bedeutend“ und eben auch „ein wenig fad“.

Fad, das ist nach dem Dafürhalten des Bundespräsidenten allerdings auch gut, wenn es um Wirtschafts- und Handelsbeziehungen geht, weil das auch Berechenbarkeit und Verlässlichkeit bedeute, überhaupt erst Wohlstand ermögliche.

Europa sei aber auch „aufregend“, weil es vor 76 Jahren „aus Liebe zum Frieden entstanden sei“. Eine „einzigartige Zivilisationsleistung“, auf die man stolz sein sollte. 

Alexander Van der Bellen appelliert, ruhig stolz zu sein auf dieses Europa, in dem Rechtsstaaten regieren, zu deren Selbstverständnis die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehöre. Ein Europa, das niemanden zurücklasse und Heimat biete, Demokratie schütze.

Es sei die Pflicht eines und einer jeden, die „europäischen Werte zu schätzen und zu schützen. Europa wird für uns da sein. Solange wir für unser Europa da sind“.

Europa müsse „alles tun, um unabhängiger von der Willkür fremder Regierungen zu werden“, der Energieversorgung oder der digitalen Welt. Es gelte auch, „souverän in unserer Verteidigungsfähigkeit“ zu werden, so der Oberbefehlshaber des Heeres, und alles zu tun, „um Europa auch von innen zu schützen“. 

  EU-Jugendbotschafter: Neue Stimmen für Europa

Neue Mauern zu errichten löse kein Problem – im Gegenteil, es schaffe neue. Europa sei entstanden aus „der Liebe zum Frieden, aus der Bereitschaft zu lernen, aus der Faszination für das Neue“. Van der Bellen schließt mit der Aufforderung, „Europa mit Leidenschaft zu lieben, denn das vereinte Europa ist die beste Idee, die wir je hatten“. 

…read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.