
Natürlich hätte sich Sebastian Siller am Freitag im Tivolistadion einen ruhigeren Abend gewünscht. Welcher Trainer möchte das denn nicht: Eine frühe Führung, ein Match ohne Zittern, souverän eingefahrene drei Punkte.
Die drei Punkte hat der FC Wacker Innsbruck im Regionalliga-West-Derby gegen den SC Imst eingefahren. Aber das Wie war dann für den Wacker-Coach doch eher nervenaufreibend, schweißtreibend und am Ende auch: glücklich.
Vorgeschmack auf die 2.Liga
Erst in der Nachspielzeit fixierte Anderson Rodriguez vor 4.259 Fans den 2:1-Heimsieg, nachdem die Innsbrucker 15 Minuten vor Schluss noch mit 0:1 in Rückstand gelegen waren.
Für Sebastian Siller war dieses hochintensive und hochspannende Duell schon ein Vorgeschmack auf die kommende Saison. „Das war in meinen Augen eine klassische Zweitliga-Partie. Imst hat Qualität und Routine, dann kommt so ein Spiel raus“, erklärt der Wacker-Meistermacher.
Halbes Eigentor
So nervenaufreibend das Match gegen Imst auch gewesen sein mag, so aufschlussreich war es zugleich auch für den Trainer. „Das Spiel hat uns einige Dinge aufgezeigt“, weiß Sebastian Siller.
Die jungen Innsbrucker zeigten sich beeindruckt vom körperbetonten Spiel der abgeklärten Imster. Zugleich wurde allen vor Augen geführt, dass ab einem gewissen Niveau kleinste Fehler größte Folgen haben können.
So geschehen beim 0:1 durch Benjamin Kraft, bei dem die gesamte Wacker-Abwehr inklusive Goalie Lukas Tauber schlecht aussah. „Das Tor haben wir uns selbst geschossen“, sagt Coach Siller.
Zwei Joker, zwei Tore
Zugleich wurden in diesem Match aber auch die Qualitäten des FC Wacker deutlich. Die Innsbrucker sind körperlich voll auf der Höhe, weil Trainer Siller auch großen Wert auf die Fitness seiner Spieler legt.
Mit dieser Power konnte der künftige Zweitligist das Match gegen die dezimierten Imster im Finish noch drehen. Und dabei zeigte sich eine zweite Stärke: Die dichte Personaldecke: Mit Routinier Rami Tekir und Anderson Rodriguez, dem 19-jährigen Stürmer aus Uruguay, erzielten zwei Joker die Treffer.
Sieben neue Spieler
Ob das kommende Saison in der 2.Liga reichen wird, um den großen Ambitionen gerecht zu werden? Immerhin kommt der FC Wacker nicht, um zu bleiben, sondern will so rasch als möglich wieder in der Bundesliga andocken. Dort, wo der zehnfache Meister auch hingehört.
Das Match gegen Imst hat auch aufgezeigt, dass den Innsbruckern in allen Formationen Erfahrung samt Klasse fehlt. Die jungen Wilden, von denen es beim FCW zweifelsohne viele gibt, werden in der 2.Liga Führung auf dem Platz benötigen. Auch deshalb werden die Innsbrucker im Sommer am Transfermarkt sehr aktiv werden: Mindestens sieben neue Spieler sollen kommen.
Titelfeier in 2 Runden
Sebastian Siller blickt noch nicht so weit in die Zukunft. Er verfolgt vorerst nur eine Mission: „So schnell als möglich den Titel fixieren, damit Wacker wieder auf der Bühne ist, wo er hingehört.“
Bei 14 Punkten Vorsprung auf Verfolger Seekirchen kann und wird es vermutlich in zwei Runden so weit sein.
Source:: Kurier.at – Sport



