Zwei Kontrahenten: Der Tischtennisverband sucht einen Präsidenten

Sport

Schlagseite ist wohl das beste Wort, um die Lage des ÖTTV zu beschreiben. Seit der Ablöse von Hans Friedinger als Präsident durch Wolfgang Gotschke 2021 wird gestritten, der Verband ist tief gespalten.

Am 21. März trat Gotschke am Tiefpunkt der Diskussion um Missbrauchsvorwürfe gegen einen Klub-Trainer zurück. Neuanfang ist keiner zu erwarten.

Am Mittwoch wird ein neuer Präsident gewählt.

Die Bemühungen, eine gemeinsame Liste der verfeindeten Lager zu finden, sind gescheitert. Die Gotschke-Kritiker nominierten eine eigene Liste und den Kärntner Landespräsidenten Harald Dobrounig als Kandidaten für das Präsidentenamt. Daraufhin nominierte der steirische Verband Wiens Vizepräsident Rudolf Sporrer.

Der 73-jährige Sporrer war 41 Jahre lang Generalsekretär und will „möglichst bald einen allseits akzeptierten Kandidaten finden. Wenn dann einige Baustellen repariert sind, wäre mein Einsatz gelungen.“

Ob das ein Jahr oder zwei Jahre dauert, könne Sporrer noch nicht sagen. Die größte Baustelle ortet er im Graben zwischen den Lagern. „Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung und meinen Kontakten Probleme lösen kann.“

„Kompletter Blödsinn“ 

Vorwürfe, er würde als Präsident Aufarbeitungen aus der Vergangenheit unterbinden wollen, hält er für „kompletten Blödsinn. Diese Sache ist längst abgeschlossen. Dabei ging es um Themen rund um die Stadt Schwechat, das Multiversum und die Werner-Schlager-Akademie. Ausständige Zahlungen wurden damals nicht geleistet, weil die gesamte Sache beim Staatsanwalt gelandet war.“

Dobrounig will Dialog

Sein Kontrahent Harald Dobrounig wird von Kritikern als Strohmann von Salzburg und Oberösterreich bezeichnet.

Der Kärntner betont, er stehe „für einen Führungsstil, der auf Dialog, Klarheit und Verbindlichkeit basiert. Interessen sollen konstruktiv zusammengeführt werden, mit dem Ziel, wieder eine sachliche, respektvolle und lösungsorientierte Arbeitsbasis … zu schaffen.“

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Seine Hauptaufgabe: „Sponsoren, Partner und Fördergeber, die sich in letzter Zeit zurückgezogen haben, zurück ins Boot zu holen.“

Einer seiner Erfolge im Verband bisher sei der Aufbau „nachhaltiger Übertragungsmöglichkeiten mit dem ORF“ für die Bundesliga gewesen.

„Ein weiterer Erfolg war die Verhandlung des Sponsorvertrags mit win2day“, sagt Dobrounig.

Dass der Kärntner Verband seinen Trainer Dominique Plattner 2023 selbst nicht finanzieren konnte und ein Darlehen vom ÖTTV brauchte, erklärt Dobrounig: „Die Pandemie stellte viele Sportorganisationen vor finanzielle Herausforderungen … Daher war es dem KTTV nur möglich, einen Teil der Forderungen direkt zu begleichen. Für den verbleibenden Betrag wurde mit Wolfgang Gotschke eine Übergangslösung über eine Sportförderung vereinbart, das als Darlehen deklariert wurde.“

Eines ist sicher: Ruhe wird so schnell keine einkehren.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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