ÖTTV-Kandidat Sporrer: „Der Verband darf nicht in Streitereien versinken“

Sport

Bei der Generalversammlung des Österreichischen Tischtennisverbandes kandidiert mit Rudolf Sporrer ein langjähriger Funktionär überraschend für das Präsidentenamt. Es kommt zu einer Kampfabstimmung mit dem Kärntner Landespräsidenten Hubert Dobrounig. Im Gespräch erklärt der frühere Generalsekretär, warum er sich trotz ursprünglicher Rückzugspläne noch einmal zur Verfügung stellt, wie die Gräben im Verband entstanden sind und warum er seine Kandidatur als Übergangslösung sieht.

KURIER: Ihre Kandidatur kam überraschend. War es jemals Ihr Plan, Präsident zu werden?

Rudolf Sporrer: Gar nicht. Bis relativ spät habe ich mich bewusst zurückgehalten. Ich habe für mich immer gewisse Altersgrenzen gehabt und mich aus Funktionen zurückgezogen, wenn ich geglaubt habe, dass Jüngere den Vortritt bekommen sollten. Dann hat man aber gesagt: Wenn kein Jüngerer da ist, geht es eben nicht anders. Ich glaube zwar grundsätzlich, dass man immer jemanden finden kann, aber das ist auch mir nicht gelungen. Ich habe mit einigen potenziellen Kandidaten gesprochen, letztlich waren sie aus unterschiedlichen Gründen noch nicht bereit, dieses Amt zu übernehmen.

Warum treten Sie jetzt dennoch an?

Ich bin 41 Jahre im Tischtennisverband tätig gewesen – beruflich als Generalsekretär und danach noch zweieinhalb bis drei Jahre als Vizepräsident. Mir liegt dieser Verband einfach sehr am Herzen. Wir haben den Verband von einem kleinen „Mickey-Maus-Verband“ zu einem der größten Sportverbände Österreichs und zu einem der erfolgreichsten Sommersportverbände gemacht. Das war natürlich nicht allein mein Verdienst, aber wir haben gemeinsam sehr viel aufgebaut. Einfach zu sagen: „Nach mir die Sintflut“, das bringe ich nicht zusammen. Ich will jetzt nichts Großes mehr werden, aber ich bin motiviert, die bestehenden Probleme zu lösen oder zumindest mitzuhelfen, sie zu lösen.

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Sie sehen sich als Übergangslösung?

Ja. In meiner Lebensplanung ist nicht vorgesehen, viele Jahre Präsident des Österreichischen Tischtennisverbandes zu sein. Ich möchte möglichst bald einen allseits akzeptierten Kandidaten finden oder mithelfen, einen zu finden. Wenn dann einige Baustellen repariert sind, wäre mein Einsatz gelungen.

Sie sprechen von „beiden Seiten“. Wie tief ist der Graben im Verband?

Leider ziemlich tief. Es gibt derzeit einen klaren Graben zwischen den Landesverbänden – einmal vier auf der einen, dann fünf auf der anderen Seite. Manche wechseln auch die Lager. Ich glaube aber, dass ich aufgrund meiner Erfahrung und meiner persönlichen Kontakte einige Probleme lösen kann. Mit den Sportbehörden – also Sportministerium, „100 Prozent Sport“ oder auch der Dachmarke „Vera“ – wird das vermutlich noch das Einfachste sein. Dort gab es zuletzt Auffassungsunterschiede. Ich war selbst 15 Jahre Finanzreferent bei „100 Prozent Sport“ und zuletzt vier Jahre Vizepräsident. Schwieriger wird es sein, die Gräben zwischen den Landesverbänden zuzuschütten. Aber auch dafür habe ich Ideen.

Worum geht es Ihnen dabei am meisten?

Man darf nicht vergessen: Der Österreichische Tischtennisverband ist ein Sportverband und kein reiner Administrationsverband. Wir haben einen starken Breitensport, sind aber gleichzeitig auch im Spitzensport aktiv. Die eigentlichen Aufgaben sind, mehr Sportler zu gewinnen und sportliche Erfolge zu erzielen. Stattdessen gehen derzeit viel zu viele Energien in Reibungsverluste und Streitschlichtungen verloren.

Wie sind diese Gräben überhaupt entstanden?

Das begann mit der Ablöse des langjährigen Präsidenten Hans Friedinger aus Oberösterreich. Er war bereits betagt, hatte aber noch immer unglaublich viel Feuer für den …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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