Filmproduzenten warnen vor Einsparungen bei ORF-Programm

Kultur

Einschnitte bei Programminhalten des ORF befürchten die österreichischen Produzentenverbände AAFP und Film Austria. 

Laut einem Bericht des Standard plant die Regierung eine Streichung jener Kompensationszahlungen, die der ORF seit der Umstellung auf die Haushaltsabgabe erhält. Durch den Wegfall des Rechts auf Vorsteuerabzug fehlen dem ORF jährlich etwa 70 Mio. Euro. Der Bund sprang für diesen Entfall bisher ein, ab 2027 will man laut ÖVP-Mediensprecher Nico Marchetti aus Spargründen davon abgehen.

„Öffentlich-rechtliches Fernsehen als Selbstzweck“ 

Die Produzenten gehen in einer Aussendung davon aus, „dass Kürzungen ausschließlich in einem Bereich stattfinden können, der keine langfristigen Vereinbarungen aufweist, also im Programm.“ Dies betreffe auch jene Zuseher, die den ORF über die Haushaltsabgabe finanzieren. Auch Äußerungen des Stiftungsratschefs Heinz Lederer, die Scheuklappen bei Einsparungen im Programm abzulegen, sehe man als „Warnsignal, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Selbstzweck verstanden wird.“

Die Nachricht treffe die Hersteller von Filmen „ausgerechnet in einer Zeit, in der die Regierung, insbesondere der Kultur- und Medienminister, noch immer keine Maßnahmen gegen die Steuerflucht amerikanischer Streaming-Giganten – wie im Rest Europas schon umgesetzt – vorgeschlagen hat und jede Form der Teilhabe von österreichischen Expert:innen zum Thema verweigert.“ Man agiere nun sogar „als Steigbügelhalter und will das Angebot verkleinern.“ In Zusammenhang mit der Einstellung der Förderschiene ÖFI+ für heimische Kinofilme, Kürzungen bei FISAplus und bisher fehlenden Konzepten für eine Streamingabgabe schreiben die Produzenten, dass „der Schaden zu Jahresbeginn immens sein“ wird.

MDR spart „Tatort“ ein

Indes erklärte der Mitteldeutsche Rundfunk im Streit um die Erhöhung des deutschen Rundfunkbeitrags, dass MDR-Neuproduktionen für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ drei Jahre lang pausieren werden. Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeuge eine „erhebliche Finanzlücke“, weswegen der MDR ab 2027 sein Budget absenken werde. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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