So geht es mit ServusTV weiter: Sportrechte, Einschnitte bei Fiktion, mehr digital

Kultur

Das Dröhnen der Motoren bleibt – die Richtung, wohin man steuert, aber ändert sich. ServusTV hat seine MotoGP-Rechte verlängert. Das ist die erste zentrale Rechte-Investition über 2028 hinaus. Spekulationen über die Zukunft sind damit wohl hinfällig.

Erst im Herbst 2025 wurden im Zuge einer strategischen Neu-Ausrichtung alle Medienmarken für TV, Digital, Print unter dem Dach von Servus Media gebündelt. Matthias Brügelmann, seit Oktober 2025 dort Global Head of Content, baut inhaltlich an einem schlagkräftigen, digitalen Medienhaus – relevant über Österreich hinaus. 

Der 53-jährige arbeitete 30 Jahre bei BILD, zuletzt als Chefredakteur Sport und Moderator des Fußball-Talks „Reif ist live“.

„Weiter wachsen“

Bei Servus Media setzt man auf „Digital-First“: „Wenn wir etwas Neues machen, müssen wir überzeugt sein, dass es digital funktioniert.“ Eine zentrale Rolle spielen eigene digitale Plattformen wie ServusTV On, Speedweek oder Bergwelten, ergänzt durch starke Drittplattformen wie YouTube. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen digital noch relevanter werden und weiter wachsen. Gleichzeitig tun wir alles dafür, um stärkster Privatsender zu bleiben. Dafür war der beste März aller Zeiten eine schöne Bestätigung.“

Eine klare Strategie sieht Brügelmann als Chance am chaotischen Medienmarkt. Seine lautet: „Stärken stärken.“ Drei Säulen tragen sie: Information und Talk, (Live-)Sport als Reichweitentreiber sowie die Servus Values mit Formaten wie „Bergwelten“ oder „Heimatleuchten“. Im Bereich „Voice in Media“ sollen Info-Kurzformate die Nutzung von ServusTV On erhöhen. Die „Servus Nachrichten in 90 Sekunden“ kommen fünfmal am Tag frisch und sind auf Anhieb das reichweitenstärkste Digital-Format; nun folgt das „Wetter in 90 Sekunden“. Ab Mitte Mai liefert Michael Fleischhacker digital Kommentare. „Zu einer Marke mit News-Kompetenz gehört bei großen Ereignissen ein aktueller Kommentar – eine schnelle Einordnung“, sagt Brügelmann.

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Bereits gestartet ist „Real Talk“: Politik-Influencer besprechen Aussagen aus „Links. Rechts. Mitte“ und „Talk im Hangar-7“ nach. Zur Ausrichtung von Sender und Sendungen sagt der deutsche Medienmacher: „ServusTV ist und bleibt werteorientiert, mit einer journalistisch kritischen Grundhaltung und politisch unabhängigen Berichterstattung. Wir wollen Debatten ermöglichen, ohne Schere im Kopf, ohne jemanden auszuschließen.“

Und damit hat er auch die Nachbarländer im Visier – seit dem linearen Ende von ServusTV in Deutschland legt man den Fokus auf die Streamingplattform. Brügelmann: „Deutschland ist für uns ein Markt mit enormem Wachstumspotential bei Video-Views.“ Den Markt bedient man mit „Klartext Deutschland“ gezielt. Aus Nutzungsdaten schließt er: Solche Formate fehlen dort, sie finden Widerhall. Entsprechend soll die Redaktion den gesamten Sprachraum mitdenken: Österreich, Deutschland, Schweiz.

Sehermassen bewegen kann ServusTV mit Live-Sport – „das letzte Lagerfeuer, das die Medienwelt zu bieten hat“, meint Brügelmann. ServusTV verhandelt derzeit über die Verlängerung der Formel 1. Ziel ist wieder eine Partnerschaft mit dem ORF, wie demnächst bei der Fußball-WM. „Bestimmte große Sportevents kann man nur noch zu zweit stemmen.“

Live-Sport wie auch das volle Programm gibt es digital künftig nur bei ServusTV On; auf YouTube laufen eigene aufbereitete Angebote, etwa von Talks. „YouTube hat eine so große systemische Bedeutung – aus meiner Sicht alternativlos. Die Erlöse sind zwar geringer, aber die Reichweiten größer.“ Mit Joyn von ProSiebenSat.1Puls4 ist es anders. Dort läuft zwar der ServusTV-Livestream und wird vermarktet, aber kein Top-Sport mehr: „Unseren mit Abstand attraktivsten Exklusiv-Content darf …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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