„Glow up“: Wiener Start-up verpasst Brautkleidern einen frischen Look

Wirtschaft

Ursprünglich war es seine Frau Nathalie, die die Idee hatte: Anstatt das Hochzeitskleid für immer im Kasten verschwinden zu lassen, könnte man es doch einfärben und wieder einmal tragen. Etwa auf einem Ball oder bei einem anderen Anlass – wäre doch schade.

Gesagt, getan. Nathalies Brautkleid färbte Stefan Bernot noch in der Badewanne. Alle waren begeistert, die Mundpropaganda setzte ein. 

„Es fühlte sich einfach falsch an, das Kleid billig zu verkaufen oder im Schrank verstauben zu lassen. Nicht einmal wenn deine beste Freundin heiratet, ziehst du das weiße Kleid noch einmal an. Selbst die Zwillingsschwester wird ihr eigenes Brautkleid haben wollen“, sagt der Färbeprofi.

Größer denken

Um aus der Idee eine Geschäftsidee werden zu lassen, musste der Selfmademan aber größer, also über den Rand der Badewanne hinaus denken. Allein schon aufgrund der strengen Abwasservorschriften in Österreich. Und so entstand im Sommer des Vorjahres Schritt für Schritt die Firma „Glow-up“. 

Bernot, ein dynamischer Einzelkämpfer mit 15 Jahren Erfahrung in der Textilbranche, suchte sich in Wien eine Wäscherei  (R&E Goebel in Simmering), mietete sich dort ein und begann mit dem professionellen Färben von Brautkleidern. 

Ob zartes Rosé, kräftiges Blau, elegante Grüntöne oder eine ganz andere Farbe. Je nach Stoff und Beschaffenheit haucht Bernot seither dem Lieblingsstück ein zweites Leben ein – ausführliche Beratung inklusive. „Man muss sich das Färben wie das Kochen nach einem Rezept vorstellen. Da gibt es einen ganz genauen Ablauf, ganz spezielle Zutaten, auch ein wenig Chemie. Aber es funktioniert. Nach 150 Kleidern hatte ich nur eine Reklamation wegen ein paar kleiner Flecken, die sich leicht hätten vermeiden lassen“, schildert Bernot stolz.

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Bis auf Schwarz gibt es bei der Farbauswahl bei Polyester-Kleidern kaum Grenzen. Gar keine Farb-Einschränkungen gibt es bei Seidenkleidern. Auch Stoffschuhen hat Bernot schon ein neues Aussehen verliehen. Natürlich funktioniert der Färbeprozess auch mit Debütantinnen- oder Maturaball-Kleidern.

Entscheidend für den Erfolg ist die professionelle Reinigung des Kleides in der Wäscherei. Bernot: „Das Problem ist, auch wenn das Kleid schon daheim gereinigt wurde, kann es sein, dass man allein durch das Angreifen des Stoffes wieder Hautschuppen oder minimal Fett auf das Textil bekommt. Und das kann später Flecken geben. Daher muss das Kleid zuerst chemisch gereinigt werden.“

Anschließend ist der Färber gefragt. Bernot benutzt hochwertige Textilfarben, um die Langlebigkeit des Kleides zu garantieren. Nach dem Färben wird das Kleid noch einmal gereinigt und aufgebügelt. Ein bis zwei Wochen später ist das „neue“ Kleid abholbereit.

Bernot betont auch den Nachhaltigkeitsaspekt seiner Arbeit. „Egal ob das jetzt Vintage oder Secondhand heißt. Man muss doch nicht ständig Neues kaufen, lieber reparieren, also Upcycling – das liegt voll im Trend. Und bei einem Brautkleid zahlt es sich halt wirklich aus.“

Preislich liegen typische Brautkleider irgendwo zwischen 1.500 und 4.000 Euro, wobei es nach oben keine Grenzen gibt. Für das Neu-Färben veranschlagt Glow-up 200 bis 300 Euro. 

Den Ablauf von der ersten Kontaktaufnahme bis zum fertig gefärbten Kleid sowie die Inspiration für neue Farben findet man im Netz unter https://www.glow-up.at oder auf Instagram unter @glow.up_vienna

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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