
Veronica Kaup-Hasler, Wiens Kulturstadträtin, darf sich immer wieder über die Wien Holding ärgern. Denn dieser Konzern, zu dem die Vereinigten Bühnen Wien (VBW), das Haus der Musik, das Jüdische Museum, das KunstHaus Wien, die Kunstuni MUK und das Mozarthaus gehören, ist der mächtigste Player. Er untersteht aber Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ), und da hat Kaup-Hasler nicht viel mitzureden. Sie kann zwar verlangen, dass die Subvention für das Theater an der Wien nicht reduziert werden soll, aber das juckt Franz Patay, den Geschäftsführer der VBW, nicht wirklich: Das Programm wurde empfindlich reduziert, die Kammeroper geschlossen.
Im Mai wurde der Job von Patay ausgeschrieben – turnusmäßig. Und einen Monat später der Job von Barbara Staudinger, der Direktorin des Jüdischen Museums. Beide bekundeten, sich um eine Vertragsverlängerung beworben zu haben. Patay ist im pensionsfähigen Alter, und die Besucherzahlen des JMW halbierten sich unter der Leitung von Staudinger.
Ihr Tratschpartner fragte also bei der Wien Holding an, wie viele Personen sich für die jeweilige Geschäftsführung beworben hätten, und bat um eine Spezifizierung nach Herkunft (Inland/Ausland) und in männlich/weiblich. Die Antwort enthielt in beiden Fällen nichts, was man nicht schon wusste: „Die Bewerbungsfrist für die Geschäftsführungsposition der Vereinigten Bühnen Wien endete am 23. Juni 2026.“ Beziehungsweise: „Die Bewerbungsfrist endete am 27. Juli.“ Dass ein Personalberatungsbüro betraut worden sei und dass es Hearings geben werde: ja eh. Die Zahl der Bewerbungen zu nennen, verweigerte man.
Warum wohl? Weil Rückschlüsse gezogen werden könnten über die Chancen der jetzigen Leitungen? Und wenn ja: Warum nicht? Ihr Tratschpartner erneuerte seine Bitte. Die knappe Antwort: „Ich ersuche Sie um Verständnis, das (sic!) dies die gewählte Vorgehensweise ist.“ Was so viel bedeutet wie: „Und kusch!“ Die Sozialdemokraten wissen eben am besten, was am besten ist für sie.
Source:: Kurier.at – Kultur



