Berliner unter Petrenko in Salzburg: Aufwühlende Schicksalsklänge

Kultur

„Nimrod“ heißt der beliebte und eingängige Hit aus den 14 Enigma-Variationen von Edward Elgar, der auch vielfältig in Filmen Eingang gefunden hat. Die Uraufführung im Jahr 1899 wurde mehrfach als die Geburtsstunde der neueren britischen Musik bezeichnet und ist die ideale Widerlegung des Klischeebilds, England sei ein „Land ohne Musik“. Jetzt wurde das meisterhafte Stück von den Berliner Philharmonikern unter ihrem energiegeladenen Chefdirigenten Kirill Petrenko mit höchster Präzision, kraftvoller Vielfalt und farbiger Klangschönheit bei den Salzburger Festspielen im ausverkauften Großen Festspielhaus präsentiert.

Dieses erste der beiden schon traditionell im letzten Abschnitt der Festspiele stattfindenden Konzerte begeisterte wieder das Publikum, zumal auch noch ein weiteres populäres Werk auf der Agenda stand: die 4. Symphonie von Peter Iljitsch Tschaikowski aus 1878. 

Das seiner Gönnerin Nadeschda von Meck gewidmete Stück gilt als dramatische Auseinandersetzung mit dem unerbittlichen Schicksal (dem „Fatum“), geprägt von einer schweren persönlichen Krise des Komponisten. Hier wurden die beinahe unerträglich schneidenden Streicher immer wieder von schweren, bedeutungsvollen Fanfaren brutal unterbrochen. Diese schicksalsschwere Grundhaltung dieser packenden Symphonie kam bei den extrem spielfreudigen Musikerinnen und Musikern, die auch solistisch in allen Instrumentengruppen glänzen konnten, bestens zur Geltung.

Es wurde unter dem stets animierenden Petrenko akzentreich und aufregend, mit farbigen Streicher- und fetten Bläserklängen musiziert, wobei sich auch der Wechsel von wilder Leidenschaft zu zarter Lyrik wunderbar widerspiegelte. Stehende Ovationen!

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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