Christian Thielemann und Augustin Hadelich: Brahms mit Grandezza

Kultur

Man muss Brahms nicht lieben, um von Christian Thielemanns Interpretationen mit den Wiener Philharmonikern fasziniert zu sein. Das vorletzte philharmonische Konzert in Salzburg, das Finale des Zyklus, dem das Orchester und der Dirigent diesem Tonschöpfer widmeten, hatte die Grandezza, sogar Wagnerianer zu überwältigen.

Mit dem Violinkonzert in D-Dur, op. 77, eröffneten sie ein musikalisches Fest. Der Geiger Augustin Hadelich, einer der viel gefragten Solisten seiner Generation, ordnete sich, wie es Brahms verlangt, in den Klang des Orchesters ein. Subtil changierte er zwischen beseeltem und hingebungsvollem Spiel. Als zu Beginn seiner Kadenz im ersten Satz bei der Aufführung am Sonntag eine Saite seiner Violine, der „Leduc ex Szeyring“ von Giuseppe Guarneri, riss, begleitete ihn der Dirigent hinaus. Innig setzten sie fort. Das Orchester bereitete einen schwebenden Klangteppich.

Das Unfassbare

Verstörend schön geriet der langsame Satz, mit energetischer Wendigkeit musizierte Hadelich im dritten. Auf den Jubel des Publikums antwortete er mit einer Zugabe. Bei Brahms’ „Erster“ in c-Moll, op. 68, geschah das Unfassbare, da übertraf sich diese ideale Konstellation aus Thielemann und Philharmonikern. Jedes Motiv war atemberaubend ausformuliert. Der Dirigent bestach mit Spontaneität, er ließ die Musik mit Frische und der für dieses Orchester typischen Klangfarbenpracht mit Noblesse und Drive in allen Facetten strömen.

Wie das gleißende Licht eines Blitzes ließ Konzertmeister Volkhard Steude sein Violinsolo mit Brillanz aufleuchten. Fulminant auch die anderen Solo-Instrumentenstimmen, die Oboe, die Flöte und die Blechbläser. Ovationen!

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Source:: Kurier.at – Kultur

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