La Hija Cóndor: Ein Mutter-Tochter-Drama in den Anden

Kultur

In einem Dorf in den Anden lernt Clara, eine junge Quechua, von ihrer Adoptivmutter die Hebammenkunst. Während diese die Frauen entbindet, beruhigt Clara die Gebärenden mit traditionellen Liedern. Durch ein geschenktes Radio und Erzählungen ihrer Freundin Flora beginnt Clara, von einem Leben in der Stadt und einem Dasein als Sängerin zu träumen. Eines Tages läuft sie weg, nicht wissend, was für eine Lücke sie im Dorf hinterlässt. 

Zwischen Bildern von kleinen, dunklen Hütten und monumentalen Berglandschaften reflektiert das wehmütige Mutter-Tochter-Drama über Gegenwart und Zukunft der Quechua, der größten indigenen Bevölkerungsgruppe Südamerikas. Weder die Abgeschiedenheit und strengen Traditionen der Bergdörfer noch die Einsamkeit und Fremde der Großstadt bieten Clara ein wirklich glückliches Leben. Ihr Schicksal steht stellvertretend für viele junge Quechua. 

Regisseur Álvaro Olmos Torrico setzt Filmmusik ein. Nur wenige werden von Hintergrundklängen begleitet: Außer Claras Gesang und Liedern aus dem Radio hört man im Dorf nur das Zirpen der Zikaden oder das Knistern eines Feuers. Dadurch macht er Claras Sehnsucht nach der lauten Stadt nachvollziehbar. 

Das Drama über Umbrüche stimmt einen nachdenklich, gegen Ende hin wird es fast schon deprimierend. Man hat das Gefühl, dem Ende eines Zeitalters zuzusehen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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