Survival-Thriller von Ridley Scott: Was von der Zivilisation bleibt

Kultur

Die Zukunft sieht in den Filmen von Ridley Scott traditionell düster aus. Mit dystopischen Klassikern wie „Alien“ und „Blade Runner“ hat der 88-jährige Sir-Regisseur die Postapokalypse im Kino entscheidend mitgeprägt. Auch in seiner überraschend leisen und intimen Verfilmung von Peter Hellers gleichnamiger Romanvorlage gibt es die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr.

Eine Pandemie hat einen Großteil der Menschheit ausgelöscht. Nur einige Überlebende kämpften in Ridley Scotts melancholischem Survival-Thriller um ihr Überleben, darunter auch Hobby-Pilot Hig. Der ehemalige Mechaniker hat Frau und Kind verloren; nur noch sein Hund Jasper erinnert ihn an glücklichere Zeiten.

Hug hat sich mit seinem schießwütigen Nachbarn, einen Ex-Marine namens Bangley zusammengetan und bewohnt einen verlassenen Flugzeughangar. Mit seiner zusammengeflickten Cessna unternimmt er Flüge nach der verlassenen Stadt Denver, wo er aus den Trümmern der Zivilisation medizinischen Nachschub und Cola-Flaschen birgt. Gefahr kommt von marodierenden Plünderern, genannt Reaper, die – ähnlich wie die Zombies in „28 Years Later“ – durch grüne Wälder streifen und töten, was ihnen in die Quere kommt.

Der australische Jungstar Jacob Elordi (bekannt aus der HBO-Serie „Euphoria“) und Hollywood-Veteran Josh Brolin (Superschurke Thanos in den „Avenger“-Filmen) spielen – gemeinsam mit einem Schäferhund – das ungleiche Team.

Amerikanischer Traum

Bangley knallt alles nieder, was sich vor seinem Scharfschützengewehr bewegt und sorgt für ein paar typisch gekonnte Ridley-Scott-Actionknaller in den elegischen Wäldern von Colorado. Strom, Benzin, Essen und Gewehre – „Wir haben alles, was wir brauchen“, findet Bangley: „Wir leben den amerikanischen Traum.“

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Hug aber sehnt sich nach menschlicher Verbindung und macht sich auf die Suche nach gleichgesinnten Überlebenden. Verlust und Trauer durchziehen die kontemplativen Naturbilder, die Ridley Scott mit epischem Gestus ausbreitet. Wenn die Zivilisation an ein Ende kommt, welche Formen des Zusammenlebens bleiben übrig? Bis auf die Zähne bewaffnetes Einzelgängertum? Plündernde Banden, die keine Moral kennen? Eine Enklave, wo nur die Stärksten überleben?

Oder die kleine Religionsgemeinschaft, die Hug mit Medizin versorgt?

Ridley Scott findet überraschende Antworten. Ähnlich wie in einem Western von John Ford, setzt er am Ende auf die zivilisatorische Kraft einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam musizieren und tanzen. Und die sich – vielleicht als kleiner Seitenhieb auf die impfskeptische Trump-Regierung – gegen Masern impfen lassen.

INFO: GB/USA 2026. 118 Min. Von Ridley Scott. Mit Jacob Elordi, Margaret Qualley.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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