
Drei Minuten waren im Spiel zwischen Rapid und Sturm am Sonntag gespielt, da gab es bereits einen Elfmeterpfiff für die Hütteldorfer. Allerdings: Viele Fans haben das erste Highlight im Bundesliga-Klassiker wegen eines Bildausfalls offenbar nicht gesehen. Wie kann das sein?
Seit 2004 überträgt Sky – damals noch unter dem Namen Premiere – die Spiele der österreichischen Fußball-Bundesliga. Der Pay-TV-Sender ist als verlässlicher Partner des Klubfußballs längst etabliert. Im Vorjahr hat man den Zuschlag für drei weitere Jahre erhalten und sich die Übertragungsrechte von 2026 bis 2029 gesichert.
Allerdings: Nach mehr als 20 Jahren mit verlässlichem Live-Fußball ist seit Start der neuen Saison vieles anders. Die zahlenden Konsumenten beklagen sich weit Wochen über unruhige Kameraführungen und gesunkene Bildqualität. Beim Spiel zwischen Rapid und Sturm am Sonntag wurden die Probleme nun noch deutlicher. Ausgerechnet beim Duell der zwei populärsten Klubs im Land gab es sogar Ausfälle bei Bild und Ton. Oder die Stimme des Kommentators war dem Bild viele Sekunden hinterher.
Viele Beschwerden
Hunderte Kunden beschwerten sich umgehend in sozialen Netzwerken. Ein Auszug: „Seit fast 40 Minuten funktioniert die Übertragung nicht – keine Entschuldigung, gar nix. Was soll das?“, fragt ein User auf Facebook. „Für so eine Qualität darf man normalerweise kein Geld verlangen“, schreibt ein anderer. Und auf X fügt einer hinzu: „Seit 2004 bin ich durchgehend Premiere/Sky-Kunde. Wenn das so weiter geht, wird das bald ein Ende finden. Schlechte Bildqualität, asynchroner Ton, immense Verzögerung des Livebilds.“
Ob die Fans wirklich ihre Abos kündigen, wird man sehen. Denn Fakt ist: Will man die Spiele seines Lieblingsklubs live sehen, gibt es keine Alternative. Sky übertragt die Liga exklusiv. Der Bezahlsender bat noch am Sonntag bei seiner Kundschaft um Entschuldigung. „Liebe Community, wir bedauern die Störung während der Live-Übertragung der Admiral Bundesliga. Wir bemühen uns um die schnellstmögliche Behebung des Problems.“
Ob Sky das Problem selbst beheben kann, bleibt abzuwarten. Denn dass der etablierte TV-Partner seit über 20 Jahren Bundesliga-Übertragung in Österreich plötzlich mit derartigen Dingen zu kämpfen hat, liegt KURIER-Recherchen zufolge gar nicht in seinem eigenen Einflussbereich. Hintergrund: Die Bundesliga lässt die TV-Bilder nicht mehr von Sky selbst produzieren, sondern hat die entsprechenden Produktionsrechte dafür neu vergeben.
Der neue Produzent
„Uppercut Broadcast“ ist der neue Partner. Dieser Deal wurde im vergangenen Dezember präsentiert, nachdem bereits zuvor festgestanden war, dass Sky für die Übertragungsrechte ab sofort nun deutlich weniger bezahlt als bisher. Diese wirtschaftliche Einbuße dürfte die Liga nun zum Teil über geringere Produktionskosten ausgleichen wollen. Uppercut macht es dem Vernehmen nach deutlich günstiger und Sky muss nun die fertigen Bilder übernehmen und ausstrahlen. Aus ebendiesem Grund hat Sky im Sommer auch das eigens gemietete Studio in Wien-Auhof gekündigt und hat nun nicht mehr das technische Rüstzeug, um gewisse Dinge ausgleichen zu können.
Massive Probleme gab es am Sonntag beim Spiel zwischen Rapid und Sturm auch für den Video-Assistant-Referee, wie Sturm-Coach Fabio Ingolitsch nach dem Spiel erzählte. Vor dem Spiel seien die Unparteiischen zu ihm gekommen und hätten gesagt, dass sie „keine direkte Verbindung zum VAR“ hätten. Tatsächlich standen VAR Harald Lechner und der Vierte Offizielle Julian Weinberger 90 Minuten lang via Handy …read more
Source:: Kurier.at – Sport



