Identitären-Lob für „King Kickl“ nach ORF-„Sommergespräch“

Politik

Der Auftritt von FPÖ-Chef Herbert Kickl im ORF-„Sommergespräch“ war nicht nur der quotenstärkste, sondern hat auch polarisiert wie keines der anderen Interviews der Sendereihe. Schelte für die Pläne zu einem Gesetz gegen „Remigration“ kam von fast allen politischen Mitbewerbern.

Einen Bärendienst geleistet haben dürfte Martin Sellner, Führungsfigur der rechtsextremen Identitären, dem FPÖ-Obmann. Er feierte nach dem Gespräch „King Kickl“ auf Social Media.

Dieser hatte im ORF-Sommergespräch gemeint, „Rote Linien“ setze er dort, wo Demokratie nicht akzeptiert werde, man einen autoritären Staat errichten wolle oder Gewalt als legitimes Mittel der Politik akzeptiert werde.

Dass man einst einen Mitarbeiter im Parlament beschäftigt hatte, der später in einen Gewaltvorfall verwickelt war, begründete Kickl damit, dass man kein „Mitgliedsregister“ der Identitären habe.

Von dem Mann, der dem Umfeld der Identitären zugerechnet wird, hat sich die FPÖ mittlerweile getrennt. Keinen Gefallen dürfte daher Sellner dem FPÖ-Chef getan haben.

Dieser schrieb auf X nach dem Auftritt des FPÖ-Chefs: „King Kickl hat sich übrigens nicht distanziert, sondern ein Verfassungsgesetz für Remigration gefordert.“

Empörung über „blöde“ Frage

Auch nachdem Kickl mit der auch für die FPÖ zu radikalen „Abschiebeoffensive“ der deutschen AfD konfrontiert worden war, wurde Kickl im bis dahin recht ruhig verlaufenen „Sommergespräch“ gegenüber Interviewerin Simone Stribl angriffig und wehrte sich gegen die seiner Meinung nach „blöde“ Frage.

Trotz der von ihm betonten Unterschiede in mancher Sache bezeichnete der FPÖ-Chef den Wahlsieg in Sachsen-Anhalt als „eine demokratische Sternstunde“.

Applaus für das Fernseh-Interview kam natürlich aus den eigenen blauen Reihen. Generalsekretär Christian Hafenecker jubelte in einer Aussendung: „Grandioser Auftritt Herbert Kickls beim ORF-Sommergespräch versetzt Systemparteien in Panik!“ Nicht so sahen dies die Angesprochenen.

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Sowohl ÖVP als auch SPÖ schenkten den Relativierungen des FPÖ-Chefs der Beziehungen zu Identitären und AfD keinen Glauben. Ebenso wenig die Grünen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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