
Die geplante Wiener Kultur-Abgabe auf alle Eintrittskarten sorgt seit rund einer Woche für kräftiges Rumoren in der Wiener Kulturszene: Nachdem der KURIER über die konkreten Pläne der rot-pinken Stadtregierung berichtet hatte, gab es gleich hochkarätige Proteste aus der Kulturlandschaft.
Staatsopern-Chef Bogdan Roščić, Belvedere-Direktorin Stella Rollig und Konzerthaus-Vorstand Matthias Naske machten den Anfang und warnten etwa vor „existenzbedrohenden“ Preisaufschlägen durch den sogenannten Kultur-Euro.
Nun scheint sich auch zu bewahrheiten, was Roščić im KURIER-Gespräch prophezeit hatte – nämlich, dass sich „alle Kulturinstitutionen der Stadt mit einer Stimme zu Wort melden werden“. Denn nach den Stimmen aus der sogenannten „Hochkultur“ gibt es nun auch Unterstützung aus der gut vernetzten und politisch einflussreichen Kleinkunst-, respektive Kabarettszene.
So spart Schauspieler und Kabarettist Robert Palfrader („Wir sind Kaiser“) im KURIER-Interview nicht mit Kritik an dem Vorhaben: „Als ich das gehört habe, war ich gelinde gesagt irritiert. Ich sage voraus, dass es damit einen Boom bei Kabarett-Locations in Schwechat, Klosterneuburg, Purkersdorf und sonst wo jenseits der Stadtgrenze geben wird“, so Palfrader. Da es dort eben keinen Steueraufschlag von möglichen 12,5 Prozent auf jede Eintrittskarte geben werde.
Das „Testament“ ist schon gemacht
Als Einzelunternehmer wäre er jedenfalls von solchen Aufschlägen direkt betroffen: Durch die Einnahmenteilung mit der jeweiligen Bühne müsste diese dann den Aufpreis ans Publikum weitergeben oder beim Künstler abziehen. Wohl auch ein guter Stoff für das nächste Kabarettprogramm? Da winkt Palfrader jedoch ab, da sein „Testament“ in Kürze Premiere feiert und er es „sicher nicht“ umschreiben werde. Nachsatz: „Ich bin ja nur der lustige Kasperl auf der Bühne. Aber wenn große Staatsopern- und Theaterdirektoren schon sagen, das geht sich nicht aus, werden die hoffentlich begreifen, dass es dann für uns auch schwierig wird“, so Palfrader. Wobei er noch hofft, dass sich auch dabei eines bewahrheite: „In Wien wird nie etwas so heiß gegessen wie gekocht.“
Source:: Kurier.at – Kultur



