
Die Debatte über die Regulierung künstlicher Intelligenz gewinnt weiter an Fahrt. In der „ZiB2“ war dazu Michael Nentwich von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu Gast. Der KI-Experte warnte vor Risiken für Demokratie und Gesellschaft, hält Szenarien einer KI-Herrschaft aber für überzogen.
Nentwich sagte, man müsse bei Warnungen vor KI „sehr aufpassen“. Es gebe unterschiedliche Arten künstlicher Intelligenz. Anwendungen im Bereich maschinellen Lernens würden etwa in der Biomedizin „hervorragende Ergebnisse“ bringen. Die Vorstellung einer KI mit eigenem Bewusstsein sei hingegen „eher Science Fiction“.
Gefahr für Demokratie
Besorgt zeigt sich Nentwich über den Einfluss KI-gesteuerter Algorithmen auf soziale Medien. „Die Demokratie ist durch diese Entwicklungen tatsächlich in Gefahr“, sagte er. Plattformen und Chatbots seien „nicht wertfrei“ und würden von Personen mit bestimmten ideologischen Vorstellungen gestaltet.
Auch der Missbrauch durch Terroristen, die Mafia oder staatliche Akteure sei eine reale Gefahr. Regulierung allein werde das Problem allerdings nicht lösen, sobald entsprechende Technologien frei verfügbar seien.
Forderung nach Regulierung
Der ÖAW-Experte sprach sich dennoch klar für strengere Regeln aus. Die EU sei mit dem AI-Gesetz bereits „sehr weit fortgeschritten“, es gebe aber weiterhin „viele Lücken“. Europa könne zumindest regulieren, wie KI-Systeme am europäischen Markt eingesetzt werden.
Wenig optimistisch zeigte sich Nentwich beim Blick auf die internationale Entwicklung. „Die wirtschaftlichen Kräfte, die politischen Lobbys“ würden derzeit eher zu weniger Regulierung führen. Zugleich betonte er: „Ich gehe überhaupt nicht davon aus, dass in zehn Jahren eine KI in der Lage wäre, die Welt zu beherrschen.“
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



