Bernhard Aichner reanimiert die „Totenfrau“: Eher eine Untotenfrau

Kultur

Wenn schon Rache, dann ordentlich. Das wusste schon Medea, das weiß Liam Neeson und das weiß auch „die Blum“. In drei Bänden durfte Bernhard Aichners mörderische Bestatterin ihre Wut an jenen Menschen, die ihren Ehemann Mark am Gewissen hatten, auslassen. Sie musste aber auch mit den Folgen ihres Vergeltungsfeldzugs zurechtkommen.

Der nun vorliegende vierte Band „Totenfrau: Die Rückkehr“ spielt zehn Jahre nach den Vorgängen, die TV- und Streamingzuseher auch aus der Verfilmung mit Anna Maria Mühe kennen (abrufbar auf ORF On und Netflix). Blum hat es, obwohl sie als Serienkillerin alle Schlagzeilen dominiert hat, geschafft, ein neues Leben mit neuer Identität aufzubauen, für sich selbst und für ihre beiden Töchter.

In Kroatien

Dafür musste sie gar nicht so weit weg untertauchen: Mit ihrem Partner Reza lebt sie in Kroatien, beide unter falschem Namen (Marie und Halim), sie bieten Skipperdienste auf ihrem Boot an. Die jüngere Tochter hat sie in einem Internat untergebracht. Die ältere studiert und will Investigativjournalistin werden. Das ist nicht die beste Voraussetzung dafür, dass Blum ihr Geheimnis weiter bewahren kann.

Als es zu einem Zwischenfall mit einem Passagier kommt, muss Blum ihre besonderen Skills auspacken. Das hat zur Folge, dass sie wieder von einer Misere in die nächste stolpert. Dazwischen wird sie von Flashbacks in ihre Kindheit als Adoptivkind eines sadistischen Bestatters geplagt. Die helfen Aichner dabei, eins der großen Klischees für Fortsetzungen anzuwenden.

Fans werden sich fraglos freuen über die eigentlich nicht geplante Weiterführung des Bestsellers – Aichner fühlte sich durch die Verfilmung wieder von seiner bereits ad acta gelegten Figur inspiriert. Andere werden vielleicht eher genervt von den Dynamik simulierenden Ellipsensätzen und den blutleeren Dialogen aufseufzen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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