
Die Wiener Austria hat ihr Debüt in der Frauen-Champions-League zwar mit einer 0:1-Niederlage gegen Chelsea beendet, zugleich aber einen starken Eindruck hinterlassen. Gegen den achtfachen englischen Meister hielten die Wienerinnen über weite Strecken auf Augenhöhe mit und hätten sich nach einer überzeugenden Vorstellung durchaus einen Punkt verdient.
„Wir haben bewiesen, dass mehr geht“
Auch Stürmerin Modesta Uka, die in der Schlussphase mit ihrem Stangenschuss den Ausgleich verpasste, ist über die Leistung der Mannschaft stolz: „Wir haben alles gegeben. Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft und gezeigt, wie gut wir eigentlich sind, obwohl Chelsea eigentlich eine andere Liga ist. Wir haben bewiesen, dass mehr geht.“ Besonders das aggressive Angriffspressing der Austria stellte die Londonerinnen immer wieder vor Probleme. „Wir haben gemerkt, dass unser Angriffspressing gegen jeden Gegner funktioniert, egal wie gut er ist“, sagte Valentina Pötzl.
Vom frühen Rückstand durch Wieke Kaptein (11.) ließ sich die Austria nicht aus dem Konzept bringen. Louise Schöffel vergab kurz vor der Pause eine gute Möglichkeit, nach Seitenwechsel scheiterte Uka an der Stange (76.). Valentina Pötzl hob vor allem die bemerkenswerte Entwicklung innerhalb der Partie hervor: „Wir haben in einem sehr intensiven Spiel schon in der ersten Hälfte richtig gut dagegengehalten. Da haben wir gemerkt, dass jede Einzelne alles am Platz lässt. Zur Pause hat uns der Trainer nochmals neue Energie gegeben, was einen Rieseneffekt hatte. Zweite Hälfte waren wir dann teilweise überlegen, finde ich.“
Trainer Stefan Kenesei zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden und sprach von einer „sehr guten Leistung“, gleichzeitig ärgerte ihn die verpasste Chance auf einen Punkt: „Auf dem Level hast du nicht viel Zeit für eine Entscheidung, du hast normalerweise auch nicht so viele Tormöglichkeiten gegen solche Teams wie wir heute. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht, weil alle im Stadion und vor den Fernsehgeräten gesehen haben, dass ein Punkt möglich gewesen wäre.“
Nächste Chance gegen Inter
Viel Zeit zum Ärgern bleibt allerdings nicht. Am Donnerstag kommender Woche gastiert Inter Mailand zum ersten Champions-League-Heimspiel der Austria in der Generali Arena. Die Italienerinnen starteten mit einem 1:0 gegen Häcken in die Ligaphase. „Da wollen wir es im Abschluss besser machen. Wir können noch ein paar Prozent rausholen“, kündigte Kenesei an und setzt auch auf die Unterstützung der Fans. Uka sieht vor allem in der Chancenverwertung noch Luft nach oben: „Wir müssen effizienter sein, dann können wir vielleicht etwas rausholen.“ Auch Pötzl geht mit viel Zuversicht in die nächsten Partien: „Wenn wir mit der Intensität weiterkämpfen, dann ist noch viel drinnen in der Champions League.“
Nach Inter warten mit Juventus, Benfica, Bayern und Manchester City noch weitere internationale Topgegner auf die Austria. Zuvor steht am Sonntag aber der Ligaschlager bei Sturm Graz an.
Source:: Kurier.at – Sport



