Aus der Waschmaschine nach L.A.: Der Tiroler Weg zu Olympia

Sport

Nur gut, dass Therese Feuersinger ihrem Bauchgefühl vertraut hat. Sie hätte sonst einiges verpasst. Die Bestätigung schwarz auf weiß, dass sie zur Weltspitze zählt zum Beispiel. Oder die Aussicht auf einen Start bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.

 „Es ist schön, endlich so ein Ergebnis zu haben“, sagte die Tiroler Triathletin nach dem fünften Platz bei der World Series in Karlsbad. „Das ist eine große Genugtuung, dieses Rennen hat mir gezeigt, dass es sehr wohl geht.“

Auf dem langen Weg bis zu diesem Aha-Erlebnis kam Therese Feuersinger nicht nur einmal an einer Kreuzung vorbei, an der sie anders abbiegen hätte können. Die Karriere der 28-Jährigen ist reich an Verletzungen und Rückschlägen. 

Wäre sie ein reiner Kopfmensch, dann hätte sie womöglich schon die Reißleine gezogen. „Es gab genug Sachen, bei denen man sich denkt: Ich hänge die Karriere an den Nagel“, erzählt die Heeressportlerin. „Es war wirklich nicht einfach.“

Familiensache

Andererseits liegen gerade bei ihr das Herz für den Triathlonsport und die Kämpfernatur in der Familie. Mama Monika (61) zählte hierzulande zu den Pionierinnen des Triathlon und war achtfache Staatsmeisterin.

 „Ich habe früh mit dem Schwimmen begonnen, es war klar, dass ich einmal beim Triathlon landen würde“, sagt Therese Feuersinger, die am Wochenende beim Saisonfinale in Spanien am Start ist.

Stark im Wasser

Wie ihr Tiroler Kollege Tjebbe Kaindl, der in Karlsbad als erster österreichischer Triathlet in der World Series auf dem Podest landete (3.), liegen die Stärken der 28-Jährigen im Wasser und auf dem Rad. 

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„Beim Laufen habe ich noch das größte Potenzial“, weiß Therese Feuersinger. „Als gute Schwimmerin und Radfahrerin bin ich aber in der Lage das Rennen selbst zu bestimmen und den anderen das Tempo aufzuzwingen.“

Angst vor der Waschmaschine

Gerade beim Schwimmen kann einem Triathleten schnell einmal das Wasser bis zum Hals stehen. Weil alle Sportler gleichzeitig ins Rennen, herrscht unter und über Wasser ein wildes Gedränge und Gestrampel.

 „Wir nennen das Waschmaschine. Wenn du einmal in dieser Waschmaschine drinnen bist, kommst du selbst als gute Schwimmerin nur schwer wieder raus.“

Und dann ist das Rennen praktisch gelaufen. Die Dichte im Triathlon ist mittlerweile dermaßen hoch, dass jede kleinste Schwäche bestraft wird. „Wenn man einen schlechteren Tag hat, dann ist man irgendwo. Aber wenn es einmal läuft wie in Karlsbad, dann kannst du auch ganz vorne landen.“

Mit diesem fünften Rang ist Therese Feuersinger auch ihrem großen Karriereziel einen kleinen Schritt nähergekommen: Einem Start bei Olympia. Die Sommerspiele 2024 in Paris hatte die Ebbserin noch knapp verpasst, für Los Angeles 2028 ist das Ticket mehr als nur in Reichweite. 

55 Triathletinnen dürfen in den USA an den Start gehen, im aktuellen Olympia-Ranking wird die Österreicherin als 25. geführt. „Seit ich zwölf bin, verfolge ich das Ziel Olympia. Inzwischen weiß ich mehr denn je, dass ich das auch erreichen kann“, sagt Feuersinger.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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