Martialische Geste? Was es mit Israels Torjubel auf sich hatte

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Eigentlich hatte es sich schon ausgejubelt. Sayed Abu Farchi hatte in einer glücklichen Aktion in der 55. Minute zum 1:1 gegen Österreich getroffen.

Der Mittelfeldspieler der Colorado Rapids jubelte zunächst mit dem Team, lief dann gemächlich zur Eckfahne, nahm sie heraus, kniete nieder, stützte die Fahne auf der Hand ab und deutete an, zu zielen. Ein Billard-Stoß, wie der Spieler und viele Beobachter beteuerten. Ein Gewehrschuss, wie andere behaupten. (Im Video bei Minute 4:40.)

So oder so, der 20-Jährige handelte sich durch die Aktion eine zweite Gelbe Karte ein.

Gelb oder nicht?

Wofür genau, war aus dem Spielbericht zunächst nicht abzulesen. Laut UEFA-Reglement muss ein Spieler verwarnt werden, wenn er sich „provokant, höhnisch oder aufhetzend“ verhält oder entsprechende Gesten zeigt. In den Regeln ist festgelegt, dass die Eckfahne während des Spiels nicht entfernt werden darf. Das Vergehen an sich ist aber nicht automatisch mit Gelb zu bestrafen. Die Verwendung der Stange als Jubel-Requisite kann allerdings als „unsportliches Verhalten“ gedeutet – und mit Gelb bestraft – werden.

Eine UEFA-Stellungnahme zu der Karte gab es zunächst nicht.

„Der Ausschluss war für uns sicher kein Nachteil“, sagte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. „Der gegnerische Trainer oder der Spieler muss wissen, ob man ein Tor wirklich so bejubeln soll“, sagte Rangnick nach dem Spiel.

Israels Teamchef Ran Ben-Shimon erklärte, der Spieler zeige diesen Jubel regelmäßig in der Major League Soccer (MLS) und sei dafür noch nie verwarnt worden. „Jedes Mal, wenn er ein Tor schießt, jubelt er genau so“, sagte Ben-Shimon. Er juble „immer wieder auf dieselbe Weise, ohne jemals dafür eine Gelbe Karte zu erhalten“.

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Der Trainer hofft, dass Abu Farchi aus der Situation lernt, die am Ende womöglich spielentscheidend war, immerhin war Israel eine gute halbe Stunde ein Mann weniger: „Es ist meine Schuld, dass ich es nicht gestoppt habe Er ist jung und wird daraus lernen.“

Farchis Platzverweis fiel in eine Woche, in der das Vorgehen Israels im Gazastreifen wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. Unter anderem wegen der scharfen Worte von Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor der UNO-Generalversammlung oder wegen der Worte des Irischen Teamchefs Heimir Hallgrimsson gegen Israel.

Kein Verständnis beim ÖFB

Patrick Wimmer hatte kein Verständnis für den Jubel: „Ich glaube, in der Phase, in der das Land steckt bzw. in der wir aktuell sind, ist das einfach dämlich“, sagte der ÖFB-Offensivspieler. „Ich glaube, so etwas hat im Fußball generell nicht viel verloren – und gerade in der Situation, in der sie stehen, glaube ich, umso weniger.“ Und Nicolas Seiwald stimmte zu: „Geht nicht. Er ist zurecht ausgeschlossen worden.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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