Cosmó im Interview: „Ich musste mental einen Reset-Knopf drücken“

Kultur

Der Stern ist noch da. Tiefblau glänzt er über Cosmós rechtem Auge beim Interview im Probenraum in Liesing. Und er wird da auch bleiben, sagt Cosmó. Kurz nach dem Song Contest (Cosmó wurde Vorletzter) hatte der Sänger, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Gedeon heißt, ja beschlossen, er malt ihn nur bei Bühnenauftritten auf. „Aber ich habe dann bei einem Fantreffen bemerkt, dass Cosmó für manche auch ein eigenes Wesen ist. Da war ein kleiner Bub bei der Autogrammstunde. Ich hab ihn gefragt, für wen ich das schreiben soll, und er hat gesagt, für Ben. Da habe ich gesagt, ah, ich heiße auch Ben. Dann hat er mich ganz entsetzt mit großen Augen angeschaut: ,Aber du heißt doch Cosmó?’. Das war, als hätte ich ihm gesagt, dass der Weihnachtsmann nicht existiert oder so. Und seitdem weiß ich ganz genau, ich muss immer den Cosmó mit blauem Stern überall durchziehen, denn sonst geht die Magie kaputt“.

Mentales Tief

Nun ist Cosmos erstes Album „Lieber träum ich weiter“ erschienen, ab 4. Oktober geht er damit auf Tour. Und obwohl er die meisten Lieder schon im Vorjahr geschrieben hat, kann man in manche Textzeilen auch Befindlichkeiten eines Post-Song-Contest-Lebens hineinlesen. Etwa in „Ich hab noch Lust zu tanzen“ im Lied mit dem selbst doppeldeutigen Titel „Den Sommer überleben“. Dabei handelt das Lied von einer Trennung. Cosmó hat auch im Sommer – obwohl ihm abgeraten wurde – die Ballade „Runterspülen“ veröffentlicht statt einer radiotauglicheren Tanznummer, weil sie zu seinem aktuellen emotionalen Zustand gepasst hat.

  Bodys mit Pointen: Ein Theaterstück zerpflückt den Optimierungswahn

„Im August hatte ich ein mentales Tief. Da habe ich die ganze ESC-Zeit verarbeitet. Ich hatte zum ersten Mal eine Woche Urlaub seit Februar und da habe ich realisiert, wie viel da eigentlich passiert ist. Da hatte ich eine schlechte Woche, in der ich kaum aus meiner Wohnung rausgegangen bin. Ich konnte keine Musik hören, musste sozusagen auf einen Reset-Knopf drücken. Da habe ich gemerkt, dass es eine Depression ist. In ,Runterspülen’ geht es darum, über diese Gefühle mit anderen Menschen offen zu reden. Der erste Schritt war, einzugestehen, dass es mir mental nicht gut geht, und dann mit Familie und Freunden darüber zu reden und dann natürlich auch professionelle Hilfe zu holen.“

Hohe Höhen, tiefe Tiefen

Cosmó hat auch auf Instagram seinen Fans mitgeteilt, dass er eine Pause braucht. Ist man im Social-Media-Zeitalter als Künstler unter Druck, so offen zu sein? „Heutzutage ist alles sehr kurzlebig, es gibt sehr hohe Höhen und sehr tiefe Tiefen. Genauso war es auch beim ESC, da war wirklich ein immenser Hype, viel Aufmerksamkeit, viel Trubel, und dann war das plötzlich auch genauso schnell wieder weg. Ich würde nicht sagen, dass es einen Druck gibt, sich zu öffnen. Aber ich hatte doch das Gefühl, ich habe eine Verpflichtung für meine Fans. Ich hatte schon Sorgen nach dem ESC, wie viele jetzt auch da bleiben und wie viele jetzt die weiteren Songs anhören, außer ,Tanzschein‘. Es hat mich dann immens gefreut, dass sich da wirklich tatsächlich eine kleine Community gebildet hat, die eine wahnsinnig große Stütze für mich ist.“

  Der Steirische Herbst fleht: „Bürgerliches Lager hilf!“

Beats im „Bedroom“

Apropos Tanzschein: …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 4 times, 4 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.