Jonas Kaufmann erobert die Burg Taggenbrunn

Kultur

Lange Jahre war die Burg Taggenbrunn aus dem 12. Jahrhundert im Bezirk St. Veit/Glan in Kärnten eine Ruine. Dann wurde sie von den neuen Eigentümern, der Unternehmerfamilie Riedl, liebevoll und konzerttauglich völlig restauriert. Seit 2019 finden dort jetzt Festspiele mit einem bunten Programm verschiedenster Genres statt. Jetzt ist es der künstlerischen Leitung mit dem Engagement des weltweit auf allen großen Bühnen sehr gefragten Jonas Kaufmann ein großer Coup gelungen.

Und der sympathische Weltklassetenor zeigte von Anfang an, zu welch edlen Tönen, reichen Farben und Schattierungen er mit seinem prachtvollen Tenor fähig ist. Dabei entströmten ihm mit wortdeutlichster Artikulation, je nach Stimmung, herrliche Phrasen von tiefem, innigem, aber auch machtvollem Ausdruck.

Phänomenal war wieder sein betörendes Pianissimo, das er wie aus dem Nichts entstehen lassen kann. Und das alles war beim Liederzyklus „Dichterliebe“ von Robert Schumann zu erlauschen. Voller Liebesglück, aber auch voller Verzweiflung und Melancholie sind seine Vertonungen der 16 Gedichte von Heinrich Heine.

Darin konnte Kaufmann alle Höhen und Tiefen einer unglücklichen Liebe erlebbar machen. Ebenso tiefsinnig sang Kaufmann auch noch ausgewählte Lieder von Richard Strauss, wie „Morgen“. Auch der heurige Jubiläumskomponist Franz Liszt (125. Geburtstag im Oktober) durfte diesmal nicht fehlen, von ihm war u. a. „Die Loreley“ zu hören. Am Klavier war mit Helmut Deutsch, der heuer seinen 81. Geburtstag feiert, einer der besten Liedbegleiter mit subtilen, feinnervigen Klängen zu erleben. Vier Zugaben, riesiger Jubel.

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)
  Der Steirische Herbst fleht: „Bürgerliches Lager hilf!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.