Filmkritik zu Colleen Hoovers „Verity – Dunkle Geheimnisse“

Kultur

Von Gabriele Flossmann

Dieser Psychothriller basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Colleen Hoover, der vor allem über die sozialen Medien große Bekanntheit erlangte. Im Mittelpunkt steht die erfolglose Schriftstellerin Lowen Ashleigh, die dringend einen Karriereschub braucht. Als sie von Jeremy Crawford den Auftrag erhält, die beliebte Thriller-Serie seiner Ehefrau Verity zu Ende zu schreiben, erhofft sie sich endlich einen durchschlagenden Erfolg.

Als sie in die abgelegene Villa der Crawfords zieht, betritt Lowen eine Welt, die auf den ersten Blick alle Anzeichen eines idyllischen Rückzugs trägt. Auf den zweiten Blick erinnert das Haus an die unheimliche Atmosphäre des Herrschaftshauses Manderley, wie man sie aus dem Film wie aus dem Roman „Rebecca“ von Daphne Du Maurier kennt.

In Manderley spukte der Geist der verstorbenen Gutsherrin Rebecca. Die zweite Ehe des Gutsherrn mit einer jungen Malerin drohte daran zu zerbrechen, bis er seiner Frau gesteht, dass er Rebecca erschoss. In diesem Film ist die Gutsherrin Verity (noch) nicht tot, sondern nach einem Verkehrsunfall behindert. Deshalb soll Lowen den konventionellen Thriller-Entwurf, den ihr Veritys Ehemann Jeremy übergibt, fertigschreiben – und wenn möglich wieder zu einem Bestseller machen.

In einer verborgenen Schublade entdeckt Lowen schließlich Veritys unveröffentlichte Autobiografie, die in einer ungeschönten, intimen Sprache von Extremen in der Liebe berichtet. Eine persönliche Beichte, in der Verity diverse Untaten beschreibt. Lowen beschließt, das Manuskript vor Jeremy zu verbergen. Doch als ihre Gefühle für ihn stärker werden, erkennt sie, welche Vorteile es hätte, wenn er die Worte seiner Frau lesen würde. Schließlich würde es ihm angesichts einer solch entsetzlichen Wahrheit unmöglich sein, sie weiterhin zu lieben.

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Berufliche Neugier, persönliches Begehren und Misstrauen lassen sich immer weniger voneinander trennen. Vor allem bleibt offen, ob Veritys Worte tatsächlich die Wahrheit enthüllen oder ob Lowen damit gezielt manipuliert werden sollte.

Der Regisseur dieses Films hatte – gemeinsam mit der durchaus hochkarätigen Schauspielriege – offenbar den Anspruch, aus der trashigen Thriller-Romanze, die der gleichnamige Bestsellerroman bietet, ein hochkarätiges Psycho-Krimi-Drama zu machen und bleibt dabei – leider – zwischen Kunst und Trash hängen.

INFO: USA 2026. 117 Min. Von Michael Showalter. Mit Anne Hathaway, Dakota Johnson, Josh Hartnett, Ismael Cruz Córdova.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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