Erneute Pleite im Firmengeflecht des Szene-Gastronomen Martin Ho

Wirtschaft

Das Firmenimperium des Wiener Szene-Gastronomen Martin Ho schrumpft weiter: Das Handelsgericht Wien hat am 30. September das Konkursverfahren laut Creditreform, AKV und KSV1870 über die Pure Wish GmbH eröffnet. Die Geschäfte der Gesellschaft, die zu 100 Prozent AYVY FAMILY FOUNDATION, Vereinigte Arabische Emirate gehört, werden von Anh Tuan Ho, sprich Martin Ho geführt. Sie ist eine Beteiligungsgesellschaft, über die der 1986 geborene Unternehmer vietnamesischer Abstammung Anteile an verschiedenen Gastronomiebetrieben hielt.

Das Verfahren wurde laut Creditreform über einen Gläubigerantrag eröffnet. Zum Masseverwalter wurde der renommierte Anwalt und Sanierungsexperte Thomas Engelhart bestellt. Gläubiger müssen ihre Forderungen bis 9. November anmelden. Die erste Gläubigerversammlung ist für 23. November angesetzt.  

Mehrere Standortwechsel vor der Pleite

Die Pure Wish GmbH hatte ihren Sitz zuletzt in der Waldsteingartenstraße 135 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Zuvor war die Gesellschaft in der Mariahilfer Straße 103 (6. Bezirk) und am noblen Kohlmarkt 16/18 (1. Bezirk) registriert – ein Hinweis auf die häufigen Umstrukturierungen im Ho-Firmengeflecht.

Zu den Schulden liegen keine aktuellen Zahlen vor. Im Geschäftsjahr 2024 betrugen die Verbindlichkeiten 1,803 Millionen Euro und der Bilanzgewinn 704.800 Euro.

Serie von Insolvenzen

Die Pure Wish GmbH ist nur die jüngste in einer langen Reihe von Firmenpleiten im früheren Umfeld Martin Hos. Bereits 2025 wurde ein Konkursverfahren über die RHC Invest GmbH (ehemals DOTS Beteiligung GmbH) eröffnet. Auch die Heavy Urban Lifestyle GmbH, an der Ho beteiligt war, meldete Insolvenz an. Die Passiva bei früheren Insolvenzen beliefen sich laut Gläubigerschützern teilweise auf über eine Million Euro.

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Comeback-Versuche trotz Pleiten

Trotz der Serie von Insolvenzen kündigte Ho wiederholt Comeback-Pläne an. Der Sitz seiner Unternehmensgruppe wurde 2024 nach Dubai verlegt. In sozialen Medien sprach er von einem „Jahr voller Eröffnungen“ für 2026. Kritiker werfen dem Gastronomen vor, durch geschickte Umstrukturierungen und ein undurchsichtiges Firmengeflecht Gläubiger und Mitarbeiter zu benachteiligen. Dieser bestreitet das veehment.

Von den Medien wird Ho häufig als „Szene-Gastronom“ oder „Promi-Wirt“ bezeichnet. Seine Lokale zogen prominente Gäste an und prägten zeitweise das Wiener Nachtleben. Die wirtschaftliche Realität hinter der Fassade sieht jedoch anders aus.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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