Experte über Europas Rolle bei KI-Regulierung: „Schauen da jetzt ein bisschen zu“

Wirtschaft

Die Regulierung künstlicher Intelligenz sei derzeit vor allem von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Das sagte Nikolaus Forgó, Professor für Technologierecht an der Uni Wien und Mitglied des AI-Advisory Boards der Bundesregierung, in der „ZiB2“. US-Präsident Donald Trump setze bei KI stark auf Selbstkontrolle der Unternehmen. Auf die Frage, ob die Vereinbarungen rechtlich bindend seien, sagte Forgó: „soweit ich das verstehe nicht“. 

Die großen KI-Unternehmen seien „durch kommerzielle Interessen determiniert“, sagte der Experte. Mit Blick auf geplante Börsengänge würden Firmen vor allem im Interesse ihrer Aktionäre handeln. Beispiele dafür, dass Selbstregulierung bei gefährlichen Technologien funktioniert habe, kenne er nicht. Schon bei der Plattformregulierung im Internet habe sich gezeigt, dass reine Selbstkontrolle „nicht so wahnsinnig erfolgreich“ gewesen sei.

Warnungen der KI-Konzerne vor existenziellen Risiken sieht Forgó auch als Teil einer Strategie für Investoren. „Ich glaube, wie gesagt, dass das eine interessante Marketingstrategie zu einem ganz großen Teil ist“, sagte er. Gleichzeitig bringe KI aber „natürlich schon ernsthafte Gefahren mit sich“.

Gefahr durch KI im Krieg

Besonders alarmierend sei der Einsatz von KI in bewaffneten Konflikten. „Das ist eine sehr reale Gefahr, die ist schon auf dem Tisch“, sagte Forgó mit Blick auf den Ukraine- und Russland-Krieg. Dort entscheide KI bereits darüber, „wer angegriffen wird“.

Den europäischen AI Act sieht der Jurist zwar als wichtigen Anspruch, bei der Umsetzung gebe es aber große Probleme. „In Österreich gibt es noch nicht einmal eine Stelle, die dafür zuständig wäre“, sagte Forgó. Die EU sei „sehr gut im sehr detailliert Regulieren, aber dann nicht so gut im Durchsetzen dessen“.

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Die Einflussmöglichkeiten Europas gegenüber US- oder chinesischen Konzernen seien begrenzt. „Wir schauen da jetzt ein bisschen zu, was in den USA verabredet wird und hoffen darauf, dass es nicht so gefährlich ist.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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