Skisprung-Star Embacher: „Ich war schon immer sehr streng mit mir“

Sport

Stephan Embacher war schon immer seiner Zeit voraus. Als 17-Jähriger landete er bei seiner Weltcuppremiere gleich auf Rang 13. Mit 20 ist der Tiroler nun Olympiasieger (mit Jan Hörl im Team) und hat schon ein Weltcupspringen gewonnen.

Bei der Lotterien-Sporthilfe-Gala ist Embacher als „Aufsteiger des Jahres“ und in der Kategorie „Team des Jahres“ nominiert.

„Im letzten Winter ist auf einmal alles sehr schnell gegangen“, sagt der Hopfgartner im KURIER-Gespräch. „Olympiasieger hört sich cool an.“

KURIER: Woher kam diese Leistungsexplosion?

Stephan Embacher: Weil ich einen großen Schritt nach vorne gemacht und mich in allen Bereichen stark verbessert habe. Das war auch notwendig, weil in der Saison davor ist es nicht wirklich gelaufen. Im Nachhinein war das aber extrem lehrreich. Auch wenn es mir überhaupt nicht getaugt hat, wie ich damals in meiner ersten ganzen Weltcupsaison gesprungen bin.

Das hat man Ihnen auch angesehen. Sie wirkten teilweise richtig angefressen.

Ich bin halt sehr ehrgeizig. Und wenn es dann nicht so läuft, wie ich es haben will, dann ist es einfach scheiße. Es war wichtig, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Welche Schlüsse denn?

Wir haben damals entschieden, dass ich nicht mehr mit den anderen in der ersten Trainingsgruppe trainieren soll. Ich habe mir die Zeit genommen, mich grundlegend neu aufzustellen und wieder ein richtiges System reinzubringen.

Was war denn das Problem?

Mein Körper hat sich verändert, ich bin zu dieser Zeit noch einmal um einige Zentimeter gewachsen und musste deshalb einiges am Material umstellen. Ich hatte plötzlich viel längere Ski und bin nicht mehr zurechtgekommen. Die Materialabstimmung ist im Skispringen extrem sensibel. Wobei es sicher nicht nur am Material allein gelegen ist. Ich war auch im Kopf noch nicht so stabil.

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Täuscht der Eindruck, oder gehen Sie sehr hart mit sich ins Gericht?

So bin ich eben. Ich war schon immer streng mit mir – egal, worum es gegangen ist. Stimmt nicht ganz, bei der Schule habe ich es eher lockerer genommen. Aber sonst bin ich wirklich sehr genau. In meiner neuen Wohnung achte ich extrem darauf, dass alles passt. Ich mag es nicht, wenn etwas verhunzt ist. Das kann ich nicht haben, ich pfusche da dann auch selbst herum, bis es endlich passt.

Sie pfuschen?

Ja. Ich habe mir alle Lampen selbst montiert, obwohl ich das vorher noch nie gemacht habe. Aber da hänge ich mich dann rein und bin Perfektionist.

Gregor Schlierenzauer, Stefan Kraft, Daniel Tschofenig – der Hang zum Perfektionismus zeichnet viele Skispringer aus. Muss man als Skispringer so ticken?

Ich glaube, dass man in jeder Sportart so ticken muss. Natürlich immer mit Maß und Ziel. Wenn du jetzt voll darauf beharrst, alles perfekt zu machen und nie mit dir zufrieden bist, ist es auch nicht der richtige Weg. Aber wenn du immer alles locker siehst und dich nur auf dein Talent verlässt, geht es sicher schief. Man muss schon etwas für den Erfolg tun.

Haben Sie sich denn jemals nur auf Ihr Talent verlassen? 

Der Kopf ist echt ein Luder. Wenn es gut läuft und du leicht gewinnst, dann denkst du schnell einmal: Ich muss eh nicht immer Vollgas geben. Daraus habe ich gelernt. Da kommt …read more

Source:: Kurier.at – Sport

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