Wiener Stadthalle: Rockballett mit Ausflug ins Reich der Lüste

Kultur

Von Silvia Kargl

Einen kometenhaften Start legte das Astana Ballet Theatre vor zehn Jahren hin, in Astana ist für die Compagnie ein großes Tanz- und Theaterhaus entstanden. Das Ensemble aus Kasachstan gastiert bis Donnerstag in der Wiener Stadthalle.

Am Beginn des Gastspiels stand mit „Blind Forgiveness“ ein „Rockballett“ mit Live-Musik von Arseni Smirnov. Eher Soft-Rock, vom Choreografen Kirill Radev und vom Regisseur Alexander Mogilev stimmig umgesetzt. Es geht nicht nur um die tänzerische Gestaltung von Rock-Nummern, sondern auch um die Erzählung eines modernen Märchens im Tanz.

Ungewöhnlicher Start

Für westliches Tanztheater ungewöhnlich ist der Anfang mit einem Schauspieler, der den Inhalt des folgenden Balletts in der Ich-Form erzählt. Das ermöglicht einen Rückblick aus seiner Sicht mit der Wandlung von einem egoistischen Außenseiter zu einem zufriedenen Mann. Die Liebe zu einem blinden Mädchen macht sie möglich. Genug Stoff also für schöne Pas de deux, von Natalia Fernandes Menes als „die junge Frau“ und Sundet Sultanov als „der junge Mann“ ausgezeichnet getanzt.

Sehenswert

Das Ensemble glänzt in den Rollen als Stadtmenschen und im zweiten Teil im fiktiven Reich der Lüste. Dieses erinnert an Maurice Béjarts legendären „Boléro“, wie auch die stilistische Verbindung von klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanztheater ihre Wurzeln bei Béjart zu haben scheint. Ein sehenswerter Ballettabend, der mehr Publikum verdient hätte.

Am 7. und 8. Oktober ist „Two Carpets“ zu sehen. Das Handlungsballett folgt einer aserbaidschanischen Legende um ein junges Paar, dessen Beziehung Bewährungsproben zu bestehen hat. Ein Schirwan-Teppich wird zum Symbol der Verbindung der beiden.

  Elim Chan: Märchenhafter Beginn einer künstlerischen Partnerschaft

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.