
Der neue Roman des tschechischen Erfolgsautors Jaroslav Rudiš spielt hauptsächlich am Friedhof. Auf sehr schönen Friedhöfen. Etwa San Michele vor Venedig. Drei Grabhopper schickt Rudiš gemeinsam auf den Weg, um tote Dichter zu besuchen: Da ist Miss Detroit, die ihren Namen einem Grabstein entlehnt hat, nach einem Fräulein, das sich aus Liebe vor den Zug gelegt hat. Da ist Lorenzo, der wegen des Zurückraubens von NS-Raubkunst auf Geheiß seiner toten Oma im Gefängnis von Stein gelandet ist, wo er die Liebe zur Literatur gefunden hat. Und da ist Caspar, dessen Vater schon mit den Toten im ganzen „Böhmischen Paradies“ gesprochen hat.
In dieser nur scheinbar morbiden Erzählung legt Rudiš mit Poesie und Humor ein schillerndes Puzzle der mitteleuropäischen Kulturgeschichte – von der Habsburger Unterlippe bis zum Wunderrabbi.
Mit Leichtigkeit streift er dabei brutale Historie wie Vertreibung und Vernichtung. Ein Buch für alle, die den Nachhall von Geschichte hören wollen.
Source:: Kurier.at – Kultur



