Warum in Österreich nur wenige ein Unternehmen gründen wollen

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung hänge zu einem hohen Grad von Neugründungen, innovativen Unternehmen und Start-ups ab, sagte die Wirtschaftsforscherin Monika Köppl-Turyna von Eco Austria am Dienstag bei der Präsentation einer Studie zum unternehmerischen Denken in Österreich. Das ist allerdings nicht allzu stark ausgeprägt, wie die im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft erstellte Studie zeigt.

Nur neun Prozent der Österreicherinnen und Österreicher planen in den nächsten zwölf Monaten ein Unternehmen zu gründen. Immerhin 30 Prozent können sich das grundsätzlich vorstellen. Gegen eine Unternehmensgründung sprechen für 23 Prozent vor allem das wirtschaftliche Risiko sowie fehlendes Kapital und hohe Kosten (17 Prozent). Auch bürokratische Hürden (10 Prozent) und die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (10 Prozent) spielen eine Rolle.

Sicherheit sei den meisten deutlich wichtiger als die Chancen, die sich durch die Selbstständigkeit ergeben, sagt Meinungsforscher Peter Hajek, dessen Institut 1.500 in Österreich lebende Menschen zwischen 16 und 69 Jahren für die Studie befragt hat: „Wir sind als Bevölkerung risikoavers.“

Faktor Familie

Ein wesentlicher Faktor ist auch die Familie. Ist ein Elternteil unternehmerisch tätig, können sich 47 Prozent eine Gründung vorstellen, ist das nicht der Fall, sind es lediglich 27 Prozent. Auch wer Unternehmerinnen und Unternehmer kennt, zieht es eher in Betracht, selbst ein Unternehmen zu gründen.

Man müsse ein Umfeld schaffen, in dem Gründung und Scheitern möglich sei, sagt Wirtschaftsforscherin Köppl-Turyna. Innovationen sollten dabei im Zentrum stehen. Dabei gehe es auch um die Vermittlung von Gründungskompetenz: „Je mehr Wissen vorhanden ist, umso stärker lässt sich das in Wachstum übersetzen.“

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Wenn man in Österreich den Wohlstand erhalten wolle, brauche es einen Kulturwandel und eine „neue Gründerzeit“, sagte der Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, Markus Raunig. Er will verstärkt Unternehmerinnen und Unternehmer mit Jugendlichen in Kontakt bringen und auch die unternehmerische Bildung an den Schulen forcieren. 

„Vorbilder fehlen“

In Österreich würden auch unternehmerische Vorbilder fehlen, sagt Raunig. Die Stiftung will in sozialen Netzwerken mit neuen Medienformaten gegensteuern und Unternehmertum „greifbarer machen“, wie Raunig sagt. Abschauen könne man sich hierzulande auch viel von ausländischen Universitäten. In München oder Zürich seien über Ausgründungen erfolgreiche Ökosysteme entstanden.

In anderen Ländern sei es schnell und einfach möglich, zu gründen, sagte die Investorin Lisa Fassl (Fund F). In Österreich werde hingegen konstant versucht, Start-ups und innovativen Unternehmen das Leben schwer zu machen. 

Demokratisierung durch KI

Hoffnungen setzt Fassl in neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. Mit KI könne man sehr schnell Dinge ausprobieren, der Ressourceneinsatz sinke dadurch massiv, sagt Fassl. Künstliche Intelligenz habe das Potenzial, Unternehmertum zu demokratisieren. 

Auch Raunig sieht in der Technologie eine große Chance: „Durch KI werden Barrieren abgebaut. Es entsteht mehr Dynamik.“ Er ist zuversichtlich, dass dies auch schon bald in einschlägigen Statistiken sichtbar wird. Die waren zuletzt eher ernüchternd. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Start-up-Gründungen zuletzt um 30 Prozent zulegten, stagnieren sie hierzulande seit Jahren. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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