Riesentorläuferinnen gesucht: Der ÖSV hofft auf den Scheib-Effekt

Sport

Wer etwas über den Scheib-Effekt in Erfahrung bringen will, der wird im guten alten Lexikon oder auf Wikipedia nicht fündig werden. Es ist ja nicht einmal erwiesen, dass es ihn überhaupt gibt. 

Auch wenn man beim ÖSV große Hoffnungen hat, dass sich im Frauen-Team schon bald so etwas wie ein Scheib-Effekt einstellen wird. Im besten Fall bereits beim Weltcupauftakt in Sölden. 

„Es ist sicher kein Nachteil, wenn du die beste Riesentorläuferin im Team hast. Davon sollten alle profitieren“, sagte der neue ÖSV-Frauen-Chef Johannes Zöchling im KURIER-Gespräch.

Julia Scheib dominierte im letzten Weltcupwinter den Riesentorlauf nach Belieben: Wenn die Steirerin ins Ziel kam, landete sie immer auf dem Podium, gleich fünf Rennen konnte die neue Miss Riesentorlauf gewinnen.

Aufholbedarf

Das ist der erste Blick auf die Resultatslisten. Beim genaueren Hinsehen wird deutlich, dass Julia Scheib in der letzten Saison im Riesentorlauf die Alleinunterhalterin war und hinter ihr ein riesiges Loch klafft. Nur Stephanie Brunner (17.) und Nina Astner (24.) schafften es im Disziplinenweltcup noch in die Top 25.

Im Sog der Nummer 1, so die Idealvorstellung der Trainer, sollen die ÖSV-Riesentorläuferinnen als Team einen Schritt nach vorne machen und die Verantwortung fortan auf mehrere Schultern verteilen – der Scheib-Effekt also.

Gesucht: Riesentorläuferinnen

Österreich ist in der Basisdisziplin Riesentorlauf aktuell freilich nicht gerade gesegnet mit weltcuperfahrenen Läuferinnen: Katharina Truppe, 2022 in Peking immerhin Olympiavierte, konzentriert sich mittlerweile nur mehr auf den Slalom. 

Katharina Liensberger ist nach einem Schienbeinkopfbruch rekonvaleszent, und aus dem Europacup drängen keine Talente nach. Im letzten Winter fanden sich in der Endwertung gerade einmal zwei Österreicherinnen unter den ersten 25.

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Heimvorteil

So avanciert nun eine Läuferin zur Hoffnungsträgerin, die in keinem ÖSV-Kader aufscheint: Franziska Gritsch hat sich 2023 vom Skiverband losgesagt und trainiert seither in Eigenregie mit ihrem Lebensgefährten. Für den Auftakt in Sölden ist die Ötztalerin gesetzt, dafür genügte ihr der 32. Rang im Riesentorlauf-Weltcup.

Die restlichen Startplätze werden am kommenden Donnerstag in einer internen Qualifikation ausgefahren. Das ÖSV-Riesentorlauf-Team darf drei Tage lang exklusiv auf dem Weltcuphang trainieren – das nennt sich dann nicht Scheib-Effekt, sondern … Heimvorteil.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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