
Von Gabriele Flossmann
Es wird viel gestorben auf den Kinoleinwänden – und noch mehr auf TV-Bildschirmen. Meist gewaltsam und vorzugsweise blutig und actionreich. Daran haben wir uns – den unzähligen Krimi-Formaten sei Dank – inzwischen gewöhnt. Wesentlich irritierender ist es, wenn man sich langsam nähert – dem Tod. So wie es in diesem Film die österreichische Dokumentaristin Maria Arlamovsky praktiziert.
In sieben Kapiteln führt sie dem Publikum vor Augen, was es heißt, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen. Erzählt wird der Film aus der Sicht derjenigen, die diesen Prozess begleiten. Und er gewährt Einblicke in die Gefühlswelten der Betroffenen. Das sachliche Ambiente, die ruhig und rücksichtsvoll agierenden Palliativbegleiter, die versöhnlich wirkenden Einsichten und Ansichten der Menschen, die sich langsam, aber sicher dem eigenen Ende nähern. Wobei das „sicher“ bei dieser Annäherung an den Tod vor allem bedeutet, dass sie dabei nicht schutzlos alleingelassen sind.
Maria Arlamovsky ist eine Garantin, wenn es darum geht, sich filmisch mit essenziellen Themen des Lebens auseinanderzusetzen. In ihrem Film „Future Baby“ hatte sie sich vor ziemlich genau zehn Jahren höchst eindrucksvoll dem Beginn eines menschlichen Daseins gewidmet. Es war eine seelenlose Welt, in die sie uns damals führte: Die der künstlichen Befruchtung. Sehr wesentlich ging es in diesem Film auch um die Frage, ob und wie man mittels Biotechnologie auch perfekte „Wunsch–Kinder“ (er)zeugen kann. Dem Ende des menschlichen Daseins nähert sich die Regisseurin – wie im Filmtitel versprochen – langsam. Wohl auch aus Rücksicht auf das Publikum, das die behutsame Annäherung an das Sterben genauso braucht wie die Menschen, von denen der Film erzählt.
INFO: Ö 2026. 95 Min. Von Maria Arlamovksy.
Source:: Kurier.at – Kultur



