
Der Literaturnobelpreis 2026 geht an die 76-jährige kanadische Dichterin Anne Carson „für ihr kühnes und erfindungsreiches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat“. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Der Preis ist mit 12 Millionen Schwedischen Kronen (1,06 Mio. Euro) dotiert.
Ingrid Carlberg, Ständige Sekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie, konnte Carson kurz vor der Verlautbarung am Telefon in Island erreichen, „wo sie dem Wind lauschte“. Die Kanadierin sei „sehr überrascht“ und „hörbar bewegt“ gewesen, erklärte Carlberg, die nur wenige Minuten mit der Autorin sprechen konnte.
„Autobiography of Red“ als Meisterwerk gefeiert
Geboren wurde Carson am 21. Juni 1950 in Toronto. Sie studierte Latein und Altgriechisch und begann später Altgriechisch zu übersetzen und zu lehren. Nebenbei schrieb sie und brachte 1986 ihr erstes Buch heraus. „Eros the Bittersweet“ ist eine Mischung aus Roman, Poesie und altphilologischer Abhandlung und machte gleich deutlich, dass Carson sich nicht in die klassischen Kategorien einordnen lässt.
Mehr als ein Dutzend weiterer Bücher hat Carson veröffentlicht – alle genauso ungewöhnlich, aber mit jedem neuen Buch erschrieb sich die Kanadierin neue enthusiastische Fans. „Autobiography of Red“ wird von vielen als ihr Meisterwerk gefeiert, auf Deutsch kam das Buch zusammen mit dem Nachfolger „Red Doc“ als „Rot. Zwei Romane in Versen“ beim Verlag S. Fischer heraus.
Im Vorjahr ging die prestigeträchtigste Auszeichnung der Literaturwelt an den Ungarn László Krasznahorkai. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
Mit Elfriede Jelinek (2004) und Peter Handke (2019) waren in den vergangenen Jahren auch eine Literatin und ein Literat aus Österreich unter den Ausgezeichneten.
Die bisherigen Nobelpreise 2026 gingen an:
Source:: Kurier.at – Kultur



