
Von Franka Schmid
Der neue DreamWorks Animationsfilm „Die vergessene Insel“ sollte mit langjährigen Freunden und einer Kopfwehtablette im Gepäck genossen werden.
Jo und Raissa wachsen zusammen in einem philippinischen Dorf auf und sind seit Kindesalter unzertrennlich. Das rote Band, das sich durch die Freundschaft zieht, ist die Suche nach der geheimnisvollen Insel Nakali, die Jos Großmutter Lola in ihrer Jugend besucht haben soll. Als Raissa nach dem Schulabschluss nach Amerika ziehen will, planen die zwei einen letzten gemeinsamen Abend am Strand. Dort wird eine Muschel an Land geschwemmt, der ein Portal öffnet und beide auf die Insel Nakali teleportiert. Doch als Jo und Raissa auf der Insel wieder zu sich kommen, fehlt jede Erinnerung an die letzten zwölf Stunden, und die Muschel, ihr Ticket zurück, ist weg. Die einzigen Hinweise sind ein paar Polaroid Bilder und zwei Flügel, die sich an Raissas Schultern festklammern. Währenddessen sie ihre Schritte zurückverfolgen, lernen die zwei alle Wesen aus der philippinischen Mythologie kennen, von denen Jos Großmutter so oft erzählt hatte. So werden sie auf ihrer Reise von einem dreiäugigen riesigen Dämonbaby, einem Meermann mit Botoxgesicht und einem Werwolf namens Raww, der sich in ein kleines Hündchen statt einem Wolf verwandelt, begleitet. Leider lernen sie auch den berüchtigten Manananggal Manang persönlich kennen – ein vampirähnliches Mythenwesen. Im Wettlauf gegen die Zeit, müssen Jo und Raissa einen Weg zurück nach Hause finden, weil auf Raissa wartet der Flieger nach Amerika.
Der DreamWorks Animation Film ist eine wilde Mischung aus verschiedenen Animationsstilen. Die Figuren haben den typisch kindlichen DreamWorks-Look wie er von „Shrek“ oder „Moana“ bekannt ist. Im Kontrast dazu schleichen sich immer wieder Emoticons aus der Anime Szene in den Film ein. Wie die roten Striche über der Stirn in Momenten der Frustration oder die völlig weißen Augen, bei großem Erstaunen. Alles in allem fügen sich die verschiedenen Stile gut ineinander und ist daher auch etwas für Zuschauer, die Animees ansonsten nicht mögen.
Zusammen mit der farbenfrohen, grellen Welt auf der Insel Nakali, kann der hektische Film aber stellenhaft wirklich Kopfweh verursachen. Außerdem sollte der Film auf keinen Fall von Kindern gesehen werden – auch wenn die Altersfreigabe ab sechs anderes vermuten lässt. In grausigen Horrormomenten teilt sich der Mannananggal am Rumpf in zwei Teile oder verdreht knacksend den Körper à la „Der Exorzist“ um die eigene Achse. Der Film ist daher eher eine Empfehlung für Teenager.
INFO: JPN/USA 2026. 109 Min. Von Joel Crawford, Januel P. Mercado.
Source:: Kurier.at – Kultur



