Red-Bull-Manager zur KI: „Man muss sie beherrschen und auch wieder weglassen“

Wirtschaft

„Ich habe das Buch aus Angst geschrieben“, sagt Autor Volker Viechtbauer, „Angst, dass wir schon dabei sind, uns selbst abzuschaffen, bevor die KI es überhaupt versucht hat.“ Das Buch ist aus einer Angst und mit der KI entstanden, in rasanter Geschwindigkeit von sieben Tagen. Die KI war dabei kein Ghostwriter, sondern ein Gegner im Sparring. Der Autor bringt Gedanken, Material, Auswahl, Haltung, die KI die Geschwindigkeit. Was das alles mit Viktor Frankl zu tun hat? Volker Viechtbauer, Red-Bull-Manager der ersten Stunde, erklärt.

KURIER: Was verbindet Red Bull, Didi Mateschitz, Viktor Frankl und Sie?

Volker Viechtbauer: Ich habe Viktor Frankl durch Herrn Mateschitz kennengelernt. Mateschitz wiederum hat die Vorlesungen von Frankl besucht und seine Lehre geschätzt. Aber er hat Frankl nie wie eine Monstranz im Unternehmen vor sich hergetragen, der Chef war durch und durch Unternehmer. Aber die Grundprinzipien des Verantwortungtragens, des Freiheitsuchens, dass man seinen Beitrag zu leistet, also ein tief humanistisches Denken, ist in der DNA von Red Bull. Für mich ist das ein Anker in allen Fragestellungen. Das ist nicht links, nicht rechts, nicht politisch, so war auch der Chef nicht. Das ist eine Lebensgrundhaltung.

Sie haben 30 Jahre lang mit Didi Mateschitz gearbeitet. Und Frankl war mit dabei?

So kann man es sehen. Das Leben stellt einem Aufgaben, die Frage ist, wie man sich diesen stellt. Das Grundprinzip von Frankl ist von uns und der Personalabteilung bei Red Bull berücksichtigt worden und war in der Unternehmens-DNA fest verankert.

  Aus für Marchfeld-Werk: Das steht im Brief an die Ardo-Eigentümer

Red Bull wurde als erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, aber ganz ohne KI.

Stimmt. Die KI ist erst drei Jahre da. Die Betriebe werden aber jetzt nachziehen müssen, wenn sie nicht abgehängt werden wollen. Der Aufbau von Red Bull war lange vor der KI. Diese Energie-Drink-Idee war eine Jahrhundertidee. Sie ist dann mit sehr viel Präzision Willen von Mateschitz umgesetzt worden. Wir haben nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Lebensweise geprägt.

Wie kann man Frankl und KI in Verbindung bringen?

Ich habe mich gefragt, was würde Viktor Frankl zu all dem sagen. Ich habe die Analogie zu seiner Aussage zum Sport gezogen. Frankl hat gesagt, der Sport ist die moderne Form der Askese. Wir betreiben Sport, damit wir den Muskelabbau verhindern. So ist es auch mit der KI. Sie ist ein Werkzeug. Um aber geistig nicht zu atrophieren, werden wir uns Denkaufgaben geben müssen, damit das Hirn nicht verkümmert.

Die Frage ist: Was bleibt, wenn eine Maschine alles übernimmt, worauf die Menschen stolz sind, worauf sich ihre Arbeit begründet, sich ihr Einkommen bemisst?

Ich bin optimistisch, dass die KI ein Werkzeug ist. Eines, das in unserem Arbeitsleben ein Flügel sein kann. Man muss sie beherrschen und dann auch wieder weglassen, wenn es um Kreatives, Neues geht. Die KI beinhaltet fast das gesamte Weltwissen, es ist für jeden zugreifbar. Das lässt Kominatorik und Verknüpfungen zu, die uns überraschen werden. Positiv wie negativ. Aber was es noch nicht gibt, darauf kann die KI auch nicht zugreifen. Nur der Mensch selbst kann aus sich heraustreten und Neues erfinden. Genau da liegt unsere Stärke. Aber wie werden das alles mit KI effizienter machen.

  Bittere Pleite eines Grazer Medizin-Start-ups

Eine gute …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.