PV-Strom vom eigenen Dach: Am Donnerstag droht wieder der Fördercall-Wahnsinn

Politik

Am Donnerstag um 17 Uhr startet der dritte und letzte Photovoltaik-Fördercall des Jahres – und damit noch einmal das alte Fördersystem, bei dem für kleine Anlagen im Wesentlichen zählt, wer zuerst ein Ticket zieht. (Link zur Förderseite finden Sie am Ende dieses Artikels)

Dieses sogenannte Windhundprinzip bedeutet: Sind die Mittel ausgeschöpft, gehen später gereihte Antragsteller leer aus, auch wenn ihr Projekt grundsätzlich förderfähig wäre.

Alles weg in nur 33 Sekunden

Wie schnell das gehen kann, zeigte der zweite Call im vergangenen Juni. Damals wurden 27.925 Anträge mit einer beantragten Fördersumme von rund 120 Millionen Euro gestellt. Gefördert werden konnten nur 2.991 Projekte, also gerade einmal elf Prozent. Nach gerade einmal 33 Sekunden waren die verfügbaren Mittel ausgeschöpft. 

Schon beim ersten Call 2026 war die Nachfrage deutlich größer als das Angebot: 28.990 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von 135 Millionen Euro standen 12.701 bedeckten Anträgen gegenüber, also immerhin 44 Prozent kamen da zum Zug.

Weniger Fördergeld wird noch schneller weg sein

Für den letzten Call am heutigen Donnerstag stehen nur mehr acht Millionen Euro bereit. Die Ticketziehung beginnt am Donnerstag um 17 Uhr. Für die Reihung zählt ein letztes Mal der Zeitpunkt der Ticketziehung. Es ist anzunehmen, dass die Fördertöpfe in weniger als 30 Sekunden leer sein werden.

Was wird 2027 anders? Die bisherige Investitionsförderung für neue PV-Anlagen soll durch einen Speichersystembonus ersetzt werden. Gefördert werden sollen dann Speicher bei neuen Anlagen ebenso wie die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen. Allerdings zeigt sich, dass der überwiegende Teil der Anträge schon bisher PV-Systeme samt Batteriespeicher waren. 

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Zudem soll ein intelligentes Energiemanagement als Förderkriterium vorgeschrieben sein, das den Speicher netz- und systemdienlich steuert. Gleichzeitig sollen die einzelnen Fördercalls verschwinden und durch ein kontinuierliches Antragsmodell nach Fertigstellung ersetzt werden.

„Darf kein Wettrennen sein“

Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner begründet den Systemwechsel mit den Erfahrungen der vergangenen Calls. Wenn ein Fördertopf nach 33 Sekunden leer sei, sei klar, dass das System „nicht mehr zeitgemäß“ sei. „Förderung darf kein Wettrennen um den schnellsten Klick sein“, sagte Zehetner.

Die Grünen sehen dagegen nicht nur das Vergabesystem als Problem, sondern vor allem die Höhe der Mittel. Energiesprecher Lukas Hammer wirft der Bundesregierung vor, die PV-Förderung 2026 „ausgehungert“ zu haben. Die Nachfrage sei hoch, das Budget aber zu niedrig gewesen.

Tatsächlich zeigt eine parlamentarische Anfrage der Grünen an Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer, dass beim zweiten Call nahezu alle erfolglosen Anträge am leeren Fördertopf scheiterten: Bei 24.914 von 24.934 ausgeschlossenen Anträgen lautete der Grund „Fördermittel ausgeschöpft“.

Unklare Förderregelung 2027

Offen bleibt am neuen Modell dennoch einiges: Noch nicht festgelegt sind die Höhe des künftigen Speicherbonus, das gesamte Förderbudget für 2027 und die genauen technischen Kriterien für das Energiemanagement. Für die notwendige Änderung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes braucht die Regierung ohnehin eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

Offen ist auch eine grundsätzliche Frage: Das Ministerium argumentiert, dass sich neue PV-Anlagen inzwischen auch ohne Förderung rechnen. Gleichzeitig erhebt es nicht, wie viele Projekte nach einer abgelehnten Förderung tatsächlich trotzdem gebaut, verschoben oder ganz aufgegeben werden.

Fördercall am 8. Oktober 2026: Versuchen Sie Ihr Glück unter https://www.eag-abwicklungsstelle.at/so-geht-einreichen

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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