Gründer der indischen „Kakerlaken“-Protestbewegung wieder frei

Politik

Nach Tausenden von Festnahmen bei Straßenprotesten gegen eine umstrittene Überprüfung von Wählerverzeichnissen hat die „Kakerlaken“-Jugendbewegung in Indien zu neuen Kundgebungen aufgerufen. „Die CJP wird weder nachgeben noch sich einschüchtern lassen“, schrieb der Gründer der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJP), Abhijeet Dipke, auf der Onlineplattform X. Dipke und die beiden führenden CJP-Vertreter Saurav Das und Ashutosh Ranka waren am Sonntag unter Auflagen freigelassen worden.

Ein Gericht in Neu-Delhi habe angeordnet, Dipke sowie seine beiden Mitstreiter müssten ein Jahr lang den Frieden wahren und sich ordnungsgemäß verhalten, teilte die Hauptstadt-Polizei mit. Eine Kaution von 50.000 Rupien (etwa 461 Euro) sei für sie festgelegt worden.

Die drei Anführer der vor allem von jungen Menschen unterstützten sogenannten Kakerlakenbewegung waren am Samstag direkt nach der Landung in Neu-Delhi noch im Flugzeug festgenommen worden. Die Bewegung hatte zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen. Die indischen Behörden gingen mit einem massiven Polizeiaufgebot gegen die Protestierenden vor, um eine Massenkundgebung zu verhindern. Nach Angaben der CJP wurden tausende Menschen festgenommen.

Neue Proteste und Festnahmen

Schon am Sonntag kam es zu neuen Protesten. Zahlreiche Mitglieder von Studentengruppen seien festgenommen worden, die in einem Protestmarsch in die Innenstadt Neu-Delhis ziehen wollten, berichtete die Zeitung „The Hindu“. Der CJP-Sprecher Saurav Das rief unterdessen bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt dazu auf, die Aktionen auszuweiten. Sie sollten nicht nur in Delhi, sondern im ganzen Land stattfinden.

Hindus bevorzugt

Der seit Wochen anhaltende Protest richtet sich gegen die umstrittene Überprüfung der Wählerverzeichnisse durch die Wahlkommission. Dabei geht es laut Wahlkommission darum, doppelte Einträge und die Namen nicht wahlberechtigter Menschen zu entfernen. Oppositionsparteien und Kritiker beklagen dagegen, der Schritt könne Millionen von Menschen ihres Wahlrechts berauben, was der regierenden, hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) des seit zwölf Jahren amtierenden Premierministers Narendra Modi zugutekäme.

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Medienberichten zufolge sind bei der Überprüfung der Wählerverzeichnisse bereits mehr als 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden, zumeist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime. Indien ist mit 1,4 Milliarden Einwohnern die größte Demokratie der Welt.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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