Attacke auf Saudi-Arabien: Die Zündschnur zum großen Krieg brennt

Politik

Zwölf Tote, mehr als 300 Verletzte, so viel Zerstörung haben die Saudis seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen. Zum dritten Mal binnen einer Woche attackierte die vom Iran finanzierte Huthi-Miliz am Samstag das arabische Land, jedes Mal flogen die Bomben der Terroristen auf den King-Khalid-Flughafen in der Hauptstadt Riad.

Die jüngste Attacke ist für die Saudis ein Stich ins Herz. Demnächst hätte in Riad der Weltenergiekongress stattfinden sollen, als Teil des „Vision 2030“-Öffnungsprozesses, den Kronprinz Mohammed bin Salman forciert. 25.000 Menschen hätten kommen sollen, darunter die Chefs aller wichtigen Ölkonzerne, Riad wollte sich als sicherer Ort für Investitionen präsentieren. Helfen sollte das auch der angeschlagenen Wirtschaft: Seit Donald Trump seinen Krieg gegen den Iran begonnen hat, sind Tourismus und Investitionen eingebrochen, auch die Ölwirtschaft hat massiv gelitten.

Weltwirtschafts-Nadelöhr

Ein eskalierender Krieg mit den Huthis ist also das Letzte, was der Kronprinz brauchen kann. Die Miliz kämpft seit mehr als zehn Jahren im Nachbarland Jemen gegen die dortige, international anerkannte Regierung, wird dabei vom Iran finanziert. Seit 2015 mischen auch die Saudis dabei mit. Nicht nur, um den Iran als Regionalmacht zurückzudrängen, sondern weil die Huthis die Westseite des Jemen kontrollieren und so nach der Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab greifen, durch die Saudi-Arabien Öl exportiert. Blockieren sie die Schiffsstraße, wäre das nach der Hormus-Sperre nicht nur für Riad, sondern für die Weltwirtschaft ein schwerer Schlag.

Seit die Huthis im September ihre Attacken intensivierten, bekniet Mohammed bin Salman den US-Präsident, ihn zu unterstützen – die saudische Luftwaffe ist allein nicht schlagkräftig genug, wie man an der fehlgeschlagenen Abwehr der Angriffe auf den Flughafen sieht. Die Amerikaner hätten diese Kapazitäten, unterhalten auch Militärbasen im Land, seit 2025 bindet beide Staaten auch ein strategisches Verteidigungsabkommen. Nur: Eine Beistandsklausel enthält der Deal nicht – Trump wies die Bitten der Saudis darum auch immer zurück.

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Nun, da die Huthis nach der Attacke vom Samstag drohten, „Flughafen für Flughafen“ anzugreifen – verschonen werde man nur die heiligen Städte Mekka und Medina, hieß es –, versprach Trump zumindest, über einen US-Einsatz nachzudenken. Dass er großflächig eingreifen wird, ist aber eher unwahrscheinlich: Vor den Midterms Anfang November will er wohl keinen weiteren endlosen Krieg beginnen, zudem sind Munitionsvorräte eben wegen des Iran-Krieges auf einem Tiefststand.

„Heiße Front“ droht

Anders sieht es freilich aus, wenn die Huthis es schaffen, Bab al-Mandab dauerhaft zu kontrollieren, derzeit ist die Meeresenge heftig umkämpft. Auch, wenn der Krieg zwischen den USA und dem Iran wieder aufflammen sollte, wird der Konflikt mit den Huthis „zu einer heißen Front“ werden, schreibt Iran-Experte Vali Nasr von der Johns Hopkins University. Dann stünde „der Nahe Osten am Rande eines viel größeren, die gesamte Region umfassenden Krieges“, so seine Prognose.

Bleibt Trump so ablehnend wie bisher, wäre das auch eine bittere Lehre für alle Verbündeten der USA am Golf. Die US-Sicherheitsstruktur hätte dann kaum noch Nutzen für die Staaten dort. Gerade die Saudis hatten durch milliardenschwere US-Waffenkäufe und US-Truppen im eigenen Land auf die Rückendeckung der Amerikaner gehofft, selbiges gilt für die anderen fünf Golfmonarchien. Gewarnt wären sie gewesen: Wie schnell Trump einen …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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