Intersport-Chef: Ja zur Sonntagsöffnung in Tourismusregionen

Wirtschaft

Österreichs größter Sportartikelhändler Intersport profitierte im Vorjahr von einem sehr guten Wintergeschäft sowie der Schwäche des Mitbewerbers Hervis. Der Jahresumsatz kletterte um 6 Prozent auf ein Rekordhoch von 690 Mio. Euro. 

Dank des schneereichen Winters gab es ein Plus von 11 Prozent bei allen Winterkategorien. Im Sommersport erwies sich einmal mehr der Radsport (+7 Prozent), insbesondere E-Bikes und Gravel-Bikes, als Umsatztreiber.  Mehr als jedes zweite verkaufte Fahrrad hat mittlerweile einen Elektroantrieb. „Der Gesamtmarkt bei E-Bikes wächst zwar nicht mehr, es ist ein Verdrängungswettbewerb, aber es gibt einen Trend zum Zweit- und Drittbike“, erläuterte Intersport-Geschäftsführer Franz Koll die Entwicklung.

Dank der Fußball-Weltmeisterschaft konnte der Händler auch im Bereich Teamsport zulegen. Und auch der Laufsport „ging durch die Decke“, ergänzte Intersport-Marketingchef Johannes Kastenhuber. Als wachsende Trendsportart erweist Hyrox, das Laufen und funktionelles Krafttraining verbindet. Intersport erweitert hier das Sortiment um spezielle Laufbekleidung und Trainingsgeräte.  

Offener Sonntag in Tourismusregionen

In der wieder aufgeflammten Debatte um die Sonntagsöffnung spricht sich Koll für eine Liberalisierung in Tourismusregionen aus, wo es jetzt schon Sonderregelungen für den Lebensmittelhandel gibt. Er sei gegen eine generelle Sonntagsöffnung, würde diese aber in Tourismusregionen und dazu gehöre punktuell auch Wien schon sehr begrüßen. Eine generelle Sonntagsöffnung wäre hingegen nur eine reine Verlagerung des Geschäfts von Freitag oder Samstag auf Sonntag.

Preise sollten stabil bleiben

Was die Preise für Sportartikel anbelangt, geht der Intersport-Chef von einer stabilen Entwicklung aus. „Wir haben nicht vor, Preise generell anzuheben“, so Koll. Psychologische Eckpreise könnten nicht so einfach überschritten werden. Intersport verhandle mit der Industrie Preise für gebündelte Mengen und gebe die Vorteile an die Konsumenten weiter.  

  Bittere Pleite einer bekannten Konditorei

Interesse an Hervis-Standorten

Intersport betreibt in Österreich 280 Filialen. „Wir sind gut aufgestellt,  haben aber noch weiße Flecken und schauen uns Standorte an“, so Koll. Auch die ein oder andere Hervis-Filiale sei mit dabei. Wie berichtet, gab Hervis heuer 17 seiner 93 Standorte in Österreich auf. 

Insgesamt sind rund 3.600 Mitarbeiter beschäftigt, davon 320 in der Zentrale in Wels, wo sich auch das Zentrallager befindet. Im Zuge von Einsparungen wurden in den vergangenen zwei Jahren der Personalstand in der Verwaltung um eine „zweistellige Zahl“ reduziert, so Koll. 

Durch die Anfang des Jahres vollzogene Übernahme von Intersport in Slowenien ist die Intersport Austria Gruppe nun mit 500 Filialen in zwölf Ländern vertreten, der Gruppenumsatz beträgt rund 1 Mrd. Euro. „Die neuen Märkte entwickeln sich erfreulich, nun liegt der Fokus darauf, Synergien zu nutzen und Strukturen weiter zu optimieren“, berichtet  Koll. So werden nach einer Zentralisierung und Automatisierung der Logistik von Wels aus auch weitere Märkte der Gruppe beliefert und auch eCommerce-Aktivitäten   von dort abgewickelt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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