
Für den rund 1.000 Milliarden schweren Unternehmer und damit reichsten Menschen der Welt sind 276 Millionen Dollar nur ein Klacks – die kann Elon Musk aus der Portokassa zahlen. Einen Rekord aber hält Musk in jedem Fall: Noch nie hat ein einzelner Spender so viel Geld in einen amerikanischen Wahlkampf gepumpt – schon gar nicht in Zwischenwahlen, wo niemals der künftige Präsident auf dem Wahlzettel steht.
Offenbar hat Musk seit Sommer, ohne großes Aufsehen darum zu machen, bisher in mehreren Tranchen insgesamt 276 Millionen Dollar in den Wahlkampf der Republikaner gesteckt, hat die New York Times errechnet. Eine atemberaubende Summe, die vor allem ein Ziel hat: die Republikanische Partei und deren Vertreter bei den Kongresswahlen am 3. November vor einer Niederlage zu bewahren.
Gespendet wird dabei nicht an die einzelnen Wahlkämpfer, sondern an sogenannte PACs oder Super-PACS – also „Political Action Committees“ – Lobby- bzw. Unterstützungsgruppen, die sich hinter eine Partei stellen und die wiederum ihre Millionen in den Wahlkampf stecken.
So überwies Musk allein 158 Millionen Dollar an den Senate Leadership Fund, den wichtigsten Super-PAC, der die Kandidaten der Republikaner für den Senat unterstützt. Doch schon im Vorjahr soll der einst enge, dann verfeindete, jetzt wieder halbwegs gute Verbündete von Donald Trump reichen Geldsegen über die Republikanern nahestehende Gruppierungen ausgeschüttet haben: Insgesamt, so die Berechnungen der NYT, habe Musk damit 366 Millionen Dollar in den Wahlkampf gesteckt. Alles mit dem Ziel: Die Demokraten dürfen weder im Repräsentantenhaus noch im Senat die Mehrheit gewinnen.
„Wenn die Demokraten die Kontrolle über Washington erlangen und im November wichtige Gouverneurs- und Justizministerwahlen gewinnen, riskiert Amerika, ein sozialistisches, politisch progressives und grenzenloses Land zu werden“, warnt ein Sprecher des von Musk gegründeten Aktionskomitees America PAC.
Besonders viel Geld fließt nach Texas. Musk lebt in Austin, seine Firmen Tesla und SpaceX haben ihren Sitz ebenfalls im „Lone Star State“. Seit mehr als 30 Jahren wurde dort kein Demokrat mehr zum Senator gewählt – doch heuer stehen die Chancen für den jungen, telegenen und bibelfesten James Talarico gut. In allen Umfragen des Bundesstaates führt er vor dem republikanischen Amtsinhaber Ken Paxton, der trotz diverser Korruptionsskandale von Trump unterstützt und erneut nominiert wurde.
Für Elon Musk wäre ein möglicher Wahlsieg des Demokraten ein Graus: An vielen Haustüren der Wähler und Wählerinnen in Texas prangt auf den Wahlkampfplakaten eine Warnung: „Radikale demokratische Sozialisten gewinnen Wahlen in ganz Amerika. Könnte Texas das nächste Ziel sein?“
Doch trotz der erheblich größeren Finanzmittel der Grand Old Party liegen die Demokraten drei Wochen vor dem Urnengang vorne. Besonders im Repräsentantenhaus, wo alle 435 Sitze neu gewählt werden, zeichnet sich eine klare Mehrheit für die Demokraten ab. Völlig offen ist das Rennen im Senat, doch allein schon die Tatsache, dass die Demokraten die Mehrheit der Republikaner auch in der 2. Parlamentskammer kippen könnten, gilt als ein Erfolg.
Als maßgeblich verantwortlich für den Aufschwung der Demokraten gilt aber eher die Enttäuschung vieler US-Bürger über den bisherigen Kurs von US-Präsident Donald Trump. Der stürzte in seiner Popularität radikal ab: von 60 Prozent Zustimmung und nunmehr nur noch 37 Prozent. Was ihm viele Wähler und …read more
Source:: Kurier.at – Politik



